Server-Roadmap

AMD kündigt neue Opterons mit x86- und ARM-Architektur an

Christian Vilsbeck war viele Jahre lang als Senior Editor bei TecChannel tätig. Der Dipl.-Ing. (FH) der Elektrotechnik, Fachrichtung Mikroelektronik, blickt auf langjährige Erfahrungen im Umgang mit Mikroprozessoren zurück.
AMD hat seine Roadmap für die nächsten Opteron-Generationen veröffentlicht. Neben neuen Opterons "Berlin" und "Warsaw" mit x86-Architektur gibt es 2014 auch den Opteron "Seattle" mit bis zu 16 ARM-basierenden Cortex-A57-Kernen.

Erst Ende Mai 2013 stellte AMD den Opteron X mit stromsparenden Jaguar-Kernen vor. Mit diesen zu Intels Atom konkurrierenden Server-Prozessoren will AMD insbesondere in High-Density-Server wie HPs Moonshot. Ebenfalls für Micro-Server und Systeme mit hoher Packungsdichte kommt im zweiten Halbjahr 2014 der Opteron "Seattle" mit ARM-Architektur. AMD stattet den 64-Bit-Prozessor mit 8 und 16 Cortex-A57-Kernen aus, die mit mindestens 2 GHz Taktfrequenz arbeiten. Laut dem Hersteller soll Seattle die zwei- bis vierfache Performance der Opteron-X-Serie bieten. Auch die Energieeffizienz soll deutliche Fortschritte zeigen. Der Opteron "Seattle" kann 128 GByte Speicher adressieren und verfügt über eine integrierte 10-Gbit-Ethernet-Schnittstelle. Samples der 28-nm-CPUs sollen bereits im ersten Quartal 2014 verfügbar sein.

AMDs Server-Roadmap: 2014 werden die neuen Serien "Warsaw", "Berlin" und "Seattle" erwartet.
AMDs Server-Roadmap: 2014 werden die neuen Serien "Warsaw", "Berlin" und "Seattle" erwartet.
Foto: AMD

Ebenfalls im ersten Quartal 2014 gibt es den neuen Opteron "Warsaw". Bei diesem Server-Prozessor handelt es sich um den Nachfolger der aktuellen Opteron-6300-Serie für Systeme mit zwei oder vier Sockeln. Warsaw nutzt weiterhin die Piledriver-Architektur der 6300er Opterons und auch die gleiche Plattform mit Socket G34. Große Sprünge in der Performance sind somit kaum zu erwarten, auch wenn AMD von einer verbesserten Energieeffizienz des weiterhin im 32-nm-Prozess gefertigten "Warsaw" spricht. Die aktuellen Opteron 6300 gibt es mit bis zu 16 Kernen und TDP-Werten von 85 bis 140 Watt.

Opteron "Berlin": Der Server-Prozessor setzt erstmals auf die neue Steamroller-Architektur mit integrierter Radeon-Grafik.
Opteron "Berlin": Der Server-Prozessor setzt erstmals auf die neue Steamroller-Architektur mit integrierter Radeon-Grafik.
Foto: AMD

Die dritte Neuankündigung ist der Opteron "Berlin". Bei dieser CPU für 1-Sockel-Server kommt die Steamroller-Architektur zum Einsatz. Steamroller ist der Nachfolger von Piledriver. Der Berlin-Prozessor tritt in die Fußstapfen der aktuellen Opteron-3300-Serie, die AMDs Desktop-Steckplatz AM3+ des FX-8350 nutzt. Für den Opteron "Berlin" gibt es aber einen neuen Sockel, denn der Server-Prozessor verfügt über eine integrierte Grafik-Engine. Mit vier Steamroller-Kernen soll der Opteron "Berlin" laut AMD die achtfachen FLOPs pro Watt im Vergleich zu einem Opteron 6386SE (16 Kerne, Piledriver, 140 Watt TDP) bieten. Im Vergleich zum Opteron X spricht AMD von der doppelten Performance. Der Opteron "Berlin" steuert sowohl SO-DIMMs als auch UDIMMs mit DDR3-SDRAM und Geschwindigkeiten von bis zu 1866 MHz an. Laut AMD ist der Berlin-Prozessor im ersten Halbjahr 2014 verfügbar. (cvi)