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AMD-Chef Sanders geht 2002

15.02.2001
Die Branche verliert im kommenden Jahr einen CEO and Gentleman: AMD-Boss Jerry Sanders macht Platz für seinen Kronprinzen Hector Ruiz.

MÜNCHEN (COMPUTERWOCHE) - Vermutet hatten es Branchenkenner schon länger, jetzt ist es offiziell: Jerry Sanders, Chief Exective Officer (CEO) von Advanced Micro Devices (AMD), räumt im kommenden Jahr seinen Chefsessel. Das Unternehmen teilte gestern mit, Sanders werde bis zur Hauptversammlung im April 2002 im Amt bleiben und dann das Zepter an seinen Kronprinzen, den derzeitigen COO (Chief Operating Officer) und President Hector Ruiz weiterreichen. Ruiz war Anfang vergangenen Jahres von Motorola zu AMD gewechselt. Sein Anstellungsvertrag enthielt bereits eine Klausel, die ihm 1,5 Millionen Dollar für den Fall zugesichert hätte, dass er nicht im Jahr 2002 neuer AMD-Chef geworden wäre.

Sanders hatte AMD 1968 gegründet und seither durch wechselvolle Zeiten geführt. Spätestens mit der Einführung des "Athlon"-Prozessors wurde die Company zum einzig ernst zu nehmenden Konkurrenten von Intel auf dem Markt für Desktop-Prozessoren. Sanders wurde oftmals als zu exaltiert kritisiert - er besitzt beispielsweise einen Anzug, bei dem sein Name in den Nadelstreifen eingewebt ist. Auch fiel sein Salär gelegentlich höher aus als es manchem angemessen erschien. Dennoch, die Nachricht von seinem Abschied stimmt die Branche traurig. "Finanzwelt und Kunden werden AMD vielleicht eher respektieren, wenn die Zirkusatmosphäre verschwindet", glaubt Kevin Krewell, Analyst bei Microdesign Resources. "Auf der anderen Seite steht fest, dass AMD dann eine weitaus langweiligere Firma sein wird."