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AMD bietet Infineon Kooperation bei Flash-Chips an

23.08.2005

MÜNCHEN (COMPUTERWOCHE) - Der US-Chipkonzern Advanced Micro Devices (AMD) hat sich dem Konkurrenten Infineon als Kooperationspartner bei Flash-Speicherchips angeboten. "Eine Kooperation in diesem Bereich ist meiner Meinung nach sogar sehr gut möglich", sagte AMD-Chef Héctor Ruiz der "Süddeutschen Zeitung". "Auch schon deshalb, weil wir beide viele Ressourcen in Dresden haben, wäre das eine attraktive Sache." Ruiz ließ offen, ob es bereits Gespräche mit Infineon gebe.

Das Flash-Geschäft ist Teil der volatilen Speichersparte von Infineon. Eine Infineon-Sprecherin wollte zu den Äußerungen des AMD- Chefs keine Stellungnahme abgeben. "Das sind Spekulationen, die wir nicht kommentieren.» Dem Bericht zufolge betreiben Infineon und AMD gemeinsam bereits ein so genanntes Maskenzentrum zur Produktion von Wafern - also Siliziumscheiben - auf denen Halbleiter hergestellt werden. Ein Aufsichtsratsmitglied erklärte laut "SZ", noch sei nicht entschieden, ob der Konzern eine Kooperation, einen Komplettverkauf oder doch noch einen Börsengang der Speichersparte anstrebe. Im dritten Quartal des Geschäftsjahres 2004/05 (30. September) hatten sich die Verluste der vom Preisverfall gebeutelten Sparte im Jahresvergleich von 50 auf 125 Millionen Euro weit mehr als verdoppelt.

Die Gespräche über einen möglichen Verkauf des von der Schließung bedrohten Infineon-Werkes in München-Perlach gehen dem Bericht zufolge unterdessen in die entscheidende Phase. Infineon hatte selbst erklärt, es gebe einen potenziellen Interessenten, der Name wird aber noch geheim gehalten. Bis Ende vergangener Woche seien die Verhandlungen sehr positiv gelaufen, mittlerweile aber offenbar wegen unterschiedlicher Preisvorstellungen ins Stocken geraten, hieß es.(dpa/tc)