Nach EC2-Ausfall

Amazons Cloud berappelt sich wieder

Thomas Cloer war viele Jahre lang verantwortlich für die Nachrichten auf computerwoche.de.
Er sorgt außerdem ziemlich rund um die Uhr bei Twitter dafür, dass niemand Weltbewegendes verpasst, treibt sich auch sonst im Social Web herum (auch wieder bei Facebook) und bloggt auf teezeh.de. Apple-affin, bei Smartphones polymorph-pervers.
Nach massiven Problemen mit den Amazon Web Services (AWS) in den USA Ende letzter Woche läuft die Cloud-Infrastruktur mittlerweile größtenteils wieder.

Vor allem am Gründonnerstag und Karfreitag gingen allerlei auch durchaus namhafte EC2-Kunden - darunter die Webfirmen Foursquare, Reddit und Quora - zwangsweise vom Netz, nachdem bei AWS unter anderem Datenbankinstanzen ausgefallen waren. Die Amazon-Panne war der bislang größte Ausfall bei einem Cloud-Anbieter und unter anderem deswegen besonders bedenklich, weil sie mehrere eigentlich voneinander isolierte "Availability Zones" betraf. Eine detaillierte Analyse und Bewertung liefert Thorsten von Eicken, CTO des Cloud-Management-Spezialisten Rightscale, im Blog des Anbieters.

Von Eicken kritisiert unter anderem die Salami-Taktik von Amazon bei der Informationspolitik gegenüber den betroffenen AWS-Kunden. Bislang hat Amazon noch keine schlüssige Erklärung zur Ursache des Ausfalls abgegeben, und auch im Blog "All Things Distributed" von Amazon-CTO Werner Vogels herrscht bis dato Funkstille zu der prekären Panne.

Amazon schreibt in den AWS-Statusmeldungen jedenfalls, dass die Systeme inzwischen wieder weitgehend funktionieren und später eine detaillierte Analyse des Ausfalls veröffentlicht werden soll. "Ich melde mich wieder, wenn wir mehr mitzuteilen haben", erklärte Amazon-Sprecherin Kay Kinton gegenüber dem "Wall Street Journal".

Analysten hatten bisher geschätzt, dass Amazon in diesem Jahr mit AWS mehr als 500 Millionen Dollar erlösen könnte. Der E-Commerce-Riese aus Seattle sichert seinen Cloud-Kunden vertraglich eine Verfügbarkeit von 99,95 Prozent zu.