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Amazon meldet deutliches Umsatzplus

27.07.2005

MÜNCHEN (COMPUTERWOCHE) - Der weltgrößte Internet-Einzelhändler Amazon.com hat im zweiten Quartal dieses Jahres wegen höherer Steuerbelastungen einen Gewinnrückgang verbucht. Der operative Gewinn und der Umsatz legte jedoch gegenüber der entsprechenden Vorjahreszeit kräftig zu. Die Amazon.com-Aktien schossen deshalb nachbörslich um 10,5 Prozent auf 41,70 Dollar in die Höhe.

Das Unternehmen verbuchte im April-Juni-Abschnitt nur noch einen Gewinn von 52 Millionen Dollar (umgerechnet 43 Millionen Euro) gegenüber 76 Millionen Dollar im entsprechenden Vorjahresabschnitt. Dies hat Amazon.com am Dienstag nach Börsenschluss in Seattle mitgeteilt. Der Gewinn pro Aktie schrumpfte auf zwölf (Vorjahresvergleichszeit:18) Cent je Aktie. Es fielen viel höhere Einkommenssteuern von 56 (fünf) Millionen Dollar an.

Der operative Quartalsgewinn erhöhte sich hingegen um 21 Prozent auf 104 Millionen Dollar. Der Quartalsumsatz legte um 26 Prozent auf 1,8 Milliarden Dollar zu.

Amazon.com verbuchte in den USA und Kanada einen Quartalsumsatz von 960 Millionen Dollar, plus 21 Prozent und steigerte seinen operativen Gewinn um neun Prozent auf 72 Millionen Dollar.

Der Auslandsumsatz legte jedoch um 33 Prozent auf 793 Millionen Dollar und der operative Gewinn aus dem internationalen Geschäft um 72 Prozent auf 60 Millionen Dollar zu. Amazon.com ist im Ausland mit Web-Sites in Deutschland, Großbritannien, Frankreich, Japan und China vertreten. Der Anteil des Auslands am Gesamtumsatz erhöhte sich in den vergangenen zwölf Monaten auf 45 (42) Prozent.

Amazon.com setzte im ersten Halbjahr 3,7 (2,9) Milliarden Dollar um. Der Halbjahresgewinn fiel auf 130 (188) Millionen Dollar oder 31 (44) Cent je Aktie.

Die Gesellschaft hatte 1,5 Millionen Vorbestellungen für den neuen Bestseller "Harry Potter and the Half-Blood Prince" erhalten, ehe das Buch am 16. Juli in den Handel gekommen war. Es war die bisher größte Produkteinführung des Unternehmens gewesen.

Die Firma habe auf ihren britischen und deutschen Sites Suchmöglichkeiten eingeführt, die es Kunden ermöglichen, Texte in Hunderttausenden von Büchern einzusehen. In Deutschland habe Amazon.de auch einen DVD-Verleihservice eingeführt.

Für das dritte Quartal erwartet die Gesellschaft einen Umsatz zwischen 1,76 und 1,91 Milliarden Dollar. Das wäre ein Umsatzanstieg von 20 bis 31 Prozent gegenüber dem dritten Quartal 2004. Der operative Gewinn dürfte 60 bis 90 Millionen Dollar erreichen. Amazon.com geht für das Gesamtjahr von einem Umsatz von 8,275 bis 8,675 Milliarden Dollar aus oder einem Umsatzanstieg von 20 bis 25 Prozent. Der operative Gewinn dürfte zwischen 415 und 515 Millionen Dollar liegen.

Amerikanische Amazon.com-Kunden können seit Februar für eine Einmalgebühr von 79 Dollar ein Jahr lang unlimitierte Zustellungen ihrer Käufe von dem Unternehmen bekommen. Konzernchef Jeff Bezos bezeichnete das Programm zwar als "kostspielig", doch erhofft er sich langfristig mehr Kundenkäufe. (dpa/tc)