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Amazon.com erhebt Gegenklage gegen Toys'R'Us

29.06.2004

Die Beziehung zwischen Amazon.com und dessen Handelspartner Toys 'R' Us verschlechtert sich zunehmend: Nachdem die Toysrus.com den Internet-Händler Ende Mai wegen Vertragsbruch verklagt hatte (Computerwoche.de berichtete), kontert Amazon nun mit einer Gegenklage. Weil Toys'R'Us angeblich nicht dazu in der Lage war, insbesondere vor Feiertagen die Nachfrage nach Spielsachen, Spielen und Babyprodukte zu erfüllen, fordert das Online-Versandhaus mehr als 750 Millionen Dollar Schadensersatz und eine Auflösung des Geschäftsverhältnisses.

Toys' R 'Us hatte im Jahr 2000 mit Amazon einen Vertrag mit zehn Jahren Laufzeit abgeschlossen. Dabei zahlte die Online-Tochter Toysrus.com mehr als 200 Millionen Dollar für das Recht, exklusiv auf Amazon Spielwaren anbieten zu können. Ende Mai dieses Jahres behauptete die Spielwarenkette vor Gericht, der Online-Händler habe diese Vereinbarung gebrochen. Toys 'R' Us fordert von Amazon 200 Millionen Dollar Schadensersatz mit der Begründung, das Unternehmen hätte 2003 damit begonnen, Produkte anderer Hersteller in den für Toysrus.com reservierten Kategorien anzubieten. Hinzu komme, dass Kunden, die nach Waren von Toys 'R' Us suchten, in einigen Fällen Spielzeug der Konkurrenz angeboten bekamen.

Amazon weist jede Schuld von sich. Der Vertrag lasse den Wettbewerb in begrenztem Rahmen zu. Außerdem habe man nur deswegen Verträge mit weiteren Spielwarenhändlern abschließen müssen, weil Toys'R'Us den vereinbarten Bedingungen nicht nachgekommen sei. So sehe der Vertrag vor, dass die Spielwarenkette 90 Prozent der auf Amazon.com angebotenen Waren ständig auf Lager haben müsse. (mb)