Forrester über die Post-PC-Ära

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Thomas Pelkmann ist freier Journalist in Köln.
Anzeige  Schon 1999 hat der MIT-Informatiker David Clark die Post-PC-Ära ausgerufen. Was dieser Begriff aktuell bedeutet, erklärt Forrester in einem neuen Report.
Nicht nur dieser betagte IBM-Rechner, sondern der PC als Gattung hat seine besten Tage bereits hinter sich, meint - nicht nur - Forrester-Research.
Nicht nur dieser betagte IBM-Rechner, sondern der PC als Gattung hat seine besten Tage bereits hinter sich, meint - nicht nur - Forrester-Research.
Foto: IBM

Wussten Sie, dass die Firma mit dem Obst im Logo seit 2007 gar nicht mehr "Apple Computer" sondern nur noch "Apple Inc." heißt? Ob die Umbenennung schon ein Vorgriff auf die Post-PC-Ära war, ist nicht überliefert. Und erfunden hat das Unternehmen diesen Begriff auch nicht, denn es war der MIT-Informatiker David Clark, der ihn 1999 prägte. Aber erst als Apple-Chef Steve Jobs bei der Präsentation des iPad 2 im März das Wort von der Post-PC-Ära in den Mund nahm, bekam es das nötige Gewicht, um in der Öffentlichkeit wahrgenommen zu werden.

Viele der Menschen, die sich derzeit mit Tablet-PCs beschäftigen, so Jobs damals sinngemäß, verglichen seine Funktionen mit denen eines PCs, aber das sei nicht richtig. Diese "Post-PC-Geräte müssen einfacher und intuitiver sein als ein PC", forderte Jobs bei der iPad-Vorführung. Hardware, Betriebssystem und Anwendungen müssten viel enger miteinander verzahnt sein als in herkömmlichen PCs, lautet die Job-Description der Anforderungen an die Nach-Computer.

David Clark (1999), Steve Jobs (März 2011) und nun Forrester-Analystin Sarah Rotman Epps: Alle drei erklären die Post-PC-Ära für eröffnet.
David Clark (1999), Steve Jobs (März 2011) und nun Forrester-Analystin Sarah Rotman Epps: Alle drei erklären die Post-PC-Ära für eröffnet.
Foto: Forrester

Sarah Rotman Epps, Forrester-Analystin und Autorin der Studie "What The Post-PC Era Really Means" schreibt: "Wenn Jobs über sein Post-PC-Produkt-Portfolio spricht, hören wir mehr als nur ein Schlagwort." Die Ära sei bereits angebrochen, so Epps, mindestens stünden wir schon auf der Schwelle dorthin.

Das Ende der bekannten Desktop-Rechner und Laptops bedeutet die neue Ära indes nicht. Im Gegenteil, hat Forrester an anderer Stelle analysiert: Zumindest im reifen US-Markt werde der Absatz solcher Geräte in den kommenden fünf Jahren noch spürbar wachsen. Es bedeutet vorerst nur, dass neue Geräte im Markt erscheinen werden, die Konsumentenwünschen nach universellem, bequemem und vertrautem Umgang nachkommen. Heute erfüllen Smartphones und Tablet-PCs dieses Begehren, morgen werden das im textilen Sinne tragbare Geräte sein, Accessoires mit flexiblen Oberflächen und Displays.

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