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Also doch: Siemens sucht Handy-Partner

21.11.2001
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MÜNCHEN (COMPUTERWOCHE) - Was in Branchenkreisen lange gemunkelt wurde, ist nun amtlich: Siemens sucht für sein Handy-Geschäft einen Partner nach dem Muster von Ericsson und Sony. Diese beiden Hersteller hatten im Oktober ihre Mobilfunkeinheiten zusammengelegt. Bei Telefonen sehe er Handlungsbedarf, sagte Siemens-Vorstand Volker Jung der "Financial Times Deutschland". "Es braucht ein bestimmtes Volumen, um eine gewisse Profitabilität zu erreichen. Ohne Partner ist das auf Dauer nur für Nokia möglich. Wir führen daher Gespräche mit mehreren Herstellern über eine Zusammenarbeit."

Als Favorit gelten offenbar die Japaner. Ein Joint Venture mit einer japanischen Firma halte oft länger als mit einem US-Unternehmen, erläuterte Jung. In den vergangenen Wochen waren immer wieder Gerüchte um eine mögliche Handy-Kooperation mit Toshiba laut geworden (Computerwoche online berichtete), die Siemens bislang jedoch stets dementiert hatte. Jung zufolge führt Siemens zudem Gespräche mit potenziellen Partnern im Bereich Handhelds.

Mit der Suche nach einem Handy-Verbündeten ändert Siemens seine bisherige Strategie, wonach das Unternehmen im Alleingang einen Weltmarktanteil im Bereich Mobiltelefone von 15 Prozent erreichen wollte. Die Kursänderung wurde wohl durch die jüngsten Geschäftszahlen angetrieben. Der Siemens-Bereich ICM (Information and Communication Mobile) macht mit rund 30,2 Milliarden Euro Umsatz zwar mehr als ein Drittel der Konzerneinnahmen aus, schreibt jedoch rote Zahlen. (ka)