Britische Analystin kommentiert Jahresabschluß

Allzu große Produktpalette wirkt sich negativ auf Oracles finanzielle Lage aus

26.07.1991

LONDON (IDG) - Schuld an der Finanzmisere des Datenbankanbieters Oracle ist die Strategie des Software-Unternehmens, sein Produkt-Portfolio möglichst weit auszudehnen. Diese Ansicht äußerte die Londoner Analystin Kate Oakley gegenüber der britischen IDG-Schwesterpublikation "PC Business World".

"Unternehmen wie Sybase haben im Augenblick Erfolg, weil sie sich auf eine Nische konzentrieren; die Oracle-Produkte sind hingegen sehr dünn über die verschiedensten Hardwareplattformen verteilt", so die Einschätzung der Branchenbeobachterin, die für das Londoner Beratungsunternehmen Technology Investment Strategies arbeitet. Oracle schloß das Geschäftsjahr 1990/1991 Ende Mai mit einem Verlust von 12,4 Millionen Dollar ab. Geoff Squire, weltweiter Vertriebschef des Software-Unternehmens, sieht das allerdings anders. Seiner Darstellung zufolge sind Oracles Finanzprobleme das Resultat allzu optimistischer Wachstumsvorgaben aus dem vergangenen Jahr. Laut Squire hat das Unternehmen seine Strategie überdacht, den rezessiven Markt des laufenden Jahres ins Kalkül gezogen und seine Ressourcen in den PC-Markt verlagert, in einen Bereich also, in dem Oracle bislang eher schwach gewesen sei.