Der Markt für Smartphones

Alleskönner mit Schwächen

Manfred Bremmer beschäftigt sich mit (fast) allem, was in die Bereiche Mobile Computing und Communications hineinfällt. Bevorzugt nimmt er dabei mobile Lösungen, Betriebssysteme, Apps und Endgeräte unter die Lupe und überprüft sie auf ihre Business-Tauglichkeit. Bremmer interessiert sich für Gadgets aller Art und testet diese auch.
Im milliardengroßen Handy-Markt noch ein kleiner Fisch, belebt das Apple iPhone den Smartphone-Sektor und sorgt für Innovationsdruck unter den etablierten Playern.

Telefonieren, Fotos schießen, mit Freunden chatten, unterwegs E-Mails empfangen und schreiben, Musik hören, navigieren, im Internet surfen, verschiedenste Anwendungen nutzen - die Liste der Möglichkeiten eines Smartphones scheint nahezu unerschöpflich. Nicht ohne Grund werden die Geräte häufig als die "Schweizer Taschenmesser des Computerzeitalters" betitelt. Was jedoch nicht bedeuten muss, dass Anwender (vor allem Privatnutzer) sämtliche Funktionen kennen geschweige denn einsetzen wollen. So ergab eine Studie von Forum to Advance the Mobile Experience (FAME), dass auch im Mobility-Umfeld weniger oft mehr ist, sprich viele Privatanwender sich mit einer guten Sprachqualität zufriedengeben würden. Die 15.000 befragten Nutzer aus 37 Ländern beklagten am häufigsten eine "Funktionsmüdigkeit" - sie fühlen sich mit ihren komplexen Mobiltelefonen überfordert.

Top 10 Smartphones Marktanteile in Westeuropa 2007 nach Stückzahlen

Hersteller

Marktanteil in Prozent

Nokia

67,2%

Research in Motion

9,1%

HTC

8,3%

T-Mobile

2,4%

Samsung

2,0%

Sony Ericsson

1,8%

Orange

1,7%

O2

1,4%

Apple

1,4%

Motorola

1,1%

Diese - Ende 2006 ausgesandten - Gebete scheint ausgerechnet der Newcomer Apple mit seinem iPhone erhört zu haben. Das im Sommer 2007 erschienene Erstlingswerk brachte zwar eine Reihe von Unzulänglichkeiten mit, glänzte dafür jedoch mit gutem Design und nahezu selbsterklärender und intuitiver Bedienung. Das Konzept erwies sich bereits zum Marktstart als sehr erfolgreich: Nach Schätzungen der Marktforscher von Canalys platzierte sich Apple im Schlussquartal 2007 im Heimatmarkt USA mit 28 Prozent hinter RIM (41 Prozent) auf Position zwei - PDA-Senior Palm folgt weit abgeschlagen mit neun Prozent auf Platz drei. Selbst die Windows-Mobile-Fraktion war unterlegen - nimmt man alle einschlägigen Anbieter zusammen, erreichten sie gerade einmal einen Marktanteil von 21 Prozent. Und obwohl Apple zunächst nur vier Länder mit seinem Produkt beglückte, verkaufte die Jobs-Company in den letzten drei Monaten des Jahres 2007 weltweit rund 2,3 Millionen iPhones. Das Unternehmen lag damit bereits im ersten Anlauf hinter Nokia und Blackberry-Hersteller Research in Motion (RIM) auf Platz drei, insgesamt erreichte es einen Anteil von 6,5 Prozent im schnell wachsenden Markt für konvergente Smartphones.

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