Linux- und Open-Source-Rückblick für Kalenderwoche 33

Alles Gute zum 20. Geburtstag, Debian!

Jürgen Donauer war als Systemadministrator zunächst für Informix und später IBM tätig. Dann verschlug es ihn in das Rechenzentrum von Media-Saturn. Dort kümmerte er sich mitunter um die Webserver, Datenbankanbindungen und den Online-Shop. Anschließend war er als Redakteur im Bereich Linux für TecChannel tätig. Derzeit arbeitet Jürgen Donauer als freier Autor für TECCHANNEL und COMPUTERWOCHE sowie als Privatdozent.
Die Linux-Distribution Debian GNU/Linux feierte am Freitag, den 16. August ihr 20-jähriges Bestehen.

Die COMPUTERWOCHE zeigt die wichtigsten Informationen zu Open-Source und Linux in Kalenderwoche 33. openSUSE 13.1 Milestone 4 markiert die letzte Testversion vor der Beta-Phase.

Das Ubuntu Edge hat zwar den Corwdfunding-Rekord aller Zeiten geschlagen, wird aber wohl dennoch scheitern. Der ownCloud-Sync-Client wird in Version 1.4 Bandbreitenkontrolle mit sich bringen. Die aktuelle Beta-Version von Mozilla Firefox bietet neue Funktionen.

20 Jahre Debian GNU/Linux

Das Debian-Projekt wurde im Jahre 1993 von Ian Murdock ins Leben gerufen. Eine freie Community, die ein komplett freies Betriebssystem zur Verfügung stellt war das Ziel. In den letzten 20 Jahren hat sich Debian GNU/Linux zu einem der größten und einflussreichsten Open-Source-Projekte der heutigen Zeit gemausert.

Die Linux-Distribution ist in 70 Sprachen verfügbar und das Repository hält laut eigenen Angaben über 20.000 Software-Pakete vor. Debian GNU/Linux findet überall Einsatz. Das geht von Desktops über Notebooks und Tablets bis hin zu Mainframes.

Weiterhin ist Debian GNU/Linux die Basis vieler weiterer bekannter Linux-Distributionen. Dazu gehören auch die Knoppix, die Mutter des Live-Betriebssystems und Ubuntu. An Debian arbeiten tausende an freiwilligen Entwicklern über den Erdball verteilt mit.

Auch die COMPUTERWOCHE gratuliert natürlich: Alles Gute zum Geburtstag, Debian GNU/Linux!

openSUSE 13.1 M4

openSUSE 13.1 Milestone 4 wurde zwar ein klein wenig später als geplant veröffentlicht, allerdings soll die Linux-Distribution weiterhin wie geplant im November 2013 zur Verfügung stehen. Somit würde das Betriebssystem genau richtig für das jährlich stattfindende openSUSE Summit zur Verfügung stehen.

Interessant für diese Version ist, dass die Entwickler YaST auf Ruby umstellen. Das Management-Tool ist das Herzstück der Distribution und macht eine Verwaltung sehr einfach. Bisher handelte es sich bei der Software um proprietären Code. Mit dem Umstieg auf Ruby will man es Entwicklern erleichtern, Code beizusteuern.

Weiterhin befinden sich KDE Workspaces 4.11 RC2 und GNOME 3.9.4 an Bord. Zu den prominenten Paketen von openSUSE 13.1 M4 gehören auch Wine 1.6, qemu 1.6.0rc1 und LibreOffice 4.1.0.4. Sie finden alle weiteren Informationen in der offiziellen Ankündigung. Wer den vierten Meilenstein testen möchte, kann sich ein ISO-Abbild aus dem Entwickler-Bereich oder von einem der zahlreichen Spiegel-Server herunterladen.

Ubuntu Edge: Trotz Rekord wohl gescheitert

Es sind zwar noch wenige Tage Zeit, dennoch wird die Kampagne um das Ubuntu Edge wohl scheitern. Es fehlt noch über die Hälfte der gewünschten Summe. Der neueste Perk Enterprise Starter Kit mit 7000 US-Dollar, mit dem man 10 Smartphones bekommt, wird hier auch nicht mehr helfen.

Trotzdem hat Canonical einen Corwdfunding-Rekord aufgestellt. Man hat über elf Millionen US-Dollar gesammelt und verweist jetzt schon die Projekte Pebble Smart Watch (10.266.844 US-Dollar) und die OUYA (8.596.475 US-Dollar) auf die Plätze zwei und drei. Allerdings wurden die beiden anderen Projekte erfolgreich finanziert.

Das Ziel mit 32 Millionen US-Dollar war auch sehr hoch angesetzt. Als komplett gescheitert kann man die Kampagne allerdings dennoch nicht bezeichnen. Das Ubuntu Edge hat sehr viel Aufmerksamkeit erregt und dadurch viel Werbung für Ubuntu gemacht.

ownCloud-Sync-Client 1.4 mit Bandbreitenkontrolle

Der ownCloud-Synchronsations-Client wird immer weiter verbessert. Derzeit ist die Software in der Beta-Phase. Neben Bandbreiten-Kontrolle können Sie auch bestimmte Kriterien festlegen und somit Dateien filtern, die nicht synchronisiert werden sollen. Eine entfernte Löschung von Ordnern hatte Dateien wie zum Beispiel .DS_Store (Mac) oder Thumbs.db (Windows) nicht entfernt. Somit konnte der Client das Verzeichnis ebenfalls nicht entfernen. Nun lassen sich solche Dateien als unwichtig deklarieren und können somit ohne weitere Warnung gelöscht werden.

Auch der Scheduler wurde laut eigenen Angaben verbessert. Synchronisations-Läufe sollen nur dann ausgeführt werden, wenn sich etwas am Server ändert. Bisher konnte man lediglich lokale Änderungen erkennen. Durch den neuen Mechanismus soll sich sowohl die CPU-Load als auch die Netzwerk-Last signifikant verbessern. Auch die periodischen Synchronisationen von 30 Sekunden sind damit obsolet.

Firefox Beta bringt Neuerungen

Ab sofort gibt es Firefox 24 Beta. Die Android-Version bringt unter anderem WebRTC-Komponenten. Weiterhin ist eine Quickshare-Funktion implementiert. Sie listet Sharing-Dienste auf, die auf dem Gerät des Anwenders verfügbar sind. Dazu gehören E-Mail, SMS, soziale Netzwerke und so weiter. Sie finden die Beta-Version für Android bei Google Play. Weitere Informationen gibt es in den Veröffentlichungs-Hinweisen.

Die Desktop-Ausgabe für Linux, Mac OS X und Windows beinhaltet eine aktualisierte Browser-Konsole für Entwickler. Damit können Sie das Log des Browsers einsehen, was in erster Linie für Add-On-Entwickler nützlich sein dürfte. Das Setzen bestimmter Filter, etwa nach Net, CSSoder JavaScript, ist ebenfalls möglich. Diese Komponente dient als Ersatz für die derzeit existierende Fehler-Konsole. Sie können die aktuelle Beta-Version aus dem Download-Bereich beziehen. Die Veröffentlichungs-Hinweise liefern detaillierte Informationen. (mhr)