Allein unter Männern: Wie sich IT-Frauen behaupten

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Die IT-Branche schreckt vor allem junge Frauen ab. Dabei hält sie spannende Jobs bereit, wie drei IT-Managerinnen aus Deutschland, England und den USA berichten.

Die IT ist etwas Kreatives und Innovatives", schwärmt Bettina Gaab, EMEA IT Director beim Beratungshaus BearingPoint. "Es gibt fast nichts, was sich so schnell wie die IT entwickelt und unser tägliches Leben privat und im Unternehmen so stark beeinflusst. Und die Entwicklungsgeschwindigkeit wird noch zunehmen. Hier mit dabei zu sein und das weiterzuentwickeln, das finde ich einfach charmant." So würde die 46-jährige IT-Leiterin ihr Berufsumfeld beschreiben, wenn sie vor einer Klasse junger Mädchen stehen müsste und ihnen die IT als Berufsziel schmackhaft machen sollte.

IT vergrault Frauen

Nur wenige Frauen entscheiden sich für eine Ausbildung im Hightech-Bereich. Zwar stellten sie 2007 nach Angaben des Branchenverbandes Bitkom etwa die Hälfte aller Erstsemester an deutschen Universitäten, in den technischen Fächergruppen Informatik, Maschinenbau und Elektrotechnik waren es jedoch nur 16 Prozent. Noch dramatischer ist die Situation in den IT-Berufen der dualen Berufsausbildung: Der Anteil weiblicher Lehrlinge ist hier dem Verband zufolge seit 2002 von 14 auf 9,1 Prozent im Jahr 2007 zurückgegangen. Der Bitkom fordert denn auch, dass sich die Bildungsstätten viel stärker für den Nachwuchs - ob männlich oder weiblich - engagieren sollten. Bereits in der Schule müsse die Begeisterung für Technologie geweckt werden. Mädchen sollten durch besondere Initiativen angesprochen und gefördert werden. Diese seien jedoch vielerorts rar. Als notwendig erachtet der Bitkom unter anderem die Einführung des Pflichtfachs "Informatik". Dass diese Maßnahme Erfolg haben könnte, belegt auch eine Studie der Technischen Universität München: Schüler, die das Fach Informatik in der Schule hatten, entscheiden sich demnach eher für einen entsprechenden Studiengang.

Mädels wollen Ärztinnen werden

Angesichts der derzeit 40 000 offenen Stellen für IT-Experten traut sich Bitkom-Präsident August-Wilhelm Scheer sogar zu provozieren: "Die jungen Frauen sollten die Berufschancen im Umfeld moderner Technologien aktiv nutzen, statt den alten Rollenbildern nachzuhängen." Tatsächlich, so zeigt eine Studie des Deutschen Jugendinstituts 2007, in der Kinder in den siebten Klassen befragt wurden, dominieren traditionelle Berufsvorstellungen: Die Mädchen nannten als Traumberufe Ärztin (zwölf Prozent), Erzieherin (neun Prozent), Krankenschwester (acht Prozent) und Lehrerin (sieben Prozent); bei den Jungen war der Bereich "Computer" zumindest auf Rang vier (acht Prozent) vertreten - nach Technischem Handwerk, Polizei/Militär und Fußballprofi.

Um mit den alten Rollenbildern abzuschließen, braucht man neue. Aber die sind Mangelware, denn welche bekannten IT-Managerinnen oder -Expertinnen kann Deutschland aufweisen? "Wenn ich mir die Frage nach einem weiblichen Vorbild stelle, dann gibt es das für mich einfach nicht", bestätigt BearingPoints IT-Director Gaab die Situation in Deutschland. Auch die beiden anderen IT-Managerinnen, die der computerwoche für Interviews zur Verfügung standen - Diane Bryant, CIO von Intel, aus den USA und Lindsey Armstrong, President EMEA von Salesforce.com, aus England - kennen keine Frauen, die sie als Vorbilder bezeichnen würden. Dennoch haben diese drei IT-Chefinnen ihren Weg gefunden - nicht immer strategisch von Anfang an geplant. Sie sind jedoch ein gutes Beispiel dafür, dass es Frauen in der Branche gibt, die von IT begeistert sind, interessante Aufgaben jenseits der reinen Programmierung wahrnehmen und zudem noch ein Privatleben haben.

Bettina Gaab, EMEA IT Director BearingPoint

Bettina Gaab kommt ursprünglich aus der Betriebswirtschaftslehre, startete ihre Karriere bei der Dresdner Bank und wechselte dann in die Beratung zu KPMG Consulting, aus der später das Beratungsunternehmen BearingPoint hervorging. Hier war sie zunächst im Bereich Controlling tätig. "Ich bin eigentlich erst durch SAP-Projekte in den Bereich IT gewandert", erklärt Gaab ihren beruflichen Werdegang.

Sie begann, die Software in Controlling- und Finance-Projekten einzusetzen, und wandte sich so immer stärker SAP-Themen zu. Bei KPMG übernahm sie schließlich im internen Bereich das Kompetenz-Center SAP. Später ging Gaab zu der inzwischen abgespaltenen Beratungstochter BearingPoint, wo sie zuerst wieder in der Beratung im Bereich Managed Services arbeitete. 2004 wurde Gaab dann IT Director von BearingPoint EMEA und leitet nunmehr ein Team von 27 IT-Mitarbeitern.

"Ich wollte weiterkommen"

"Ich habe meine Karriere nie akribisch geplant. Mir war zwar klar, dass ich weiterkommen wollte, aber ich habe nicht gesagt, in drei Jahren möchte ich dies oder das erreichen", beschreibt sie ihren Weg. Vielmehr habe sie sich taktisch angesehen, wo sich Möglichkeiten ergaben, sich weiterzuentwickeln oder sich gut zu positionieren. "Man muss flexibel sein", lautet ihr Credo. Viele könnten das nicht, und das sei vielleicht auch ein Grund, warum es so wenig Frauen in der Branche gebe.

Frauen mit Familie könnten nicht immer so flexibel sein, wie es in diesem Job gefragt sei. Andere wiederum hätten zu konkrete Vorstellungen davon, wohin sie wollten. "Aber die Chancen liegen manchmal woanders", so Gaab weiter. Sie macht keinen Hehl daraus, dass eine IT-Karriere mit Führungsaufgaben sehr anstrengend ist: "Das muss man auch wollen - und Befriedigung empfinden, sich dieser Anstrengung und dieser Herausforderung zu stellen."

Gaab ist zufrieden mit ihrem Fach: "Für mich ist die IT ein Mittel, um mit Menschen zu kommunizieren und Projekte mit ihnen gemeinsam zu erarbeiten." In der Unterstützung der Geschäftsprozesse sieht sie den Sinn ihrer Arbeit. Es mache Freude herauszufinden, wie sich Abläufe effizient gestalten lassen und den Fachabteilungen das Leben erleichtert werden kann.

Kein Förderprogramm

Dass sie als Frau in der IT-Branche eine Ausnahme ist, fiel Gaab erst auf, als sie schon IT Director war: Auf Veranstaltungen etwa vom "CIO Circle" war sie häufig eine von sehr wenigen Frauen oder gar die einzige. Im eigenen Unternehmen habe sie jedoch nie das Gefühl, dass sie in einer Männerwelt arbeite, da BearingPoint einen Frauenanteil von 21 Prozent hat. In ihrem eigenen IT-Team fällt der Anteil weiblicher Mitarbeiter mit acht von 27 Personen sogar noch höher aus. Außerdem wird eines ihrer vier Teams, die SAP-Gruppe, von einer Frau geführt.

Ein Förderprogramm, mit dem man gezielt versucht, Frauen für die IT-Beratung zu gewinnen und im Job zu behalten, existiert bei BearingPoint nicht. Aber es gibt für alle Mitarbeiter eine individuelle Karriereplanung. Gerade die weiblichen Angestellten interessierten sich für flexible Arbeitszeiten, Home-Office-Möglichkeiten und Teilzeit, heißt es aus der HR-Abteilung.

Familie und Job bedeuten Planung

Gaab arbeitet trotz Familie vollzeit: "Ich habe zwei Kinder und einen Mann. Offensichtlich habe ich schon für so viel Work-Life-Balance gesorgt, dass wir als Familie zusammen sind", lacht Gaab. Um Berufs- und Privatleben in Einklang zu bringen, ist allerdings viel Planung nötig. Da die IT-Chefin lange Arbeitstage hat, steht die gesamte Familie bereits um halb sechs Uhr morgens auf: "So haben wir zu Hause noch Zeit für ein gemeinsames Frühstück. Denn die Abende enden oft nicht gemeinsam. Das Frühstück ist leichter planbar, es sei denn, mein Mann oder ich sind beruflich auf Reisen." Ein Ausgleich zum Power-Job ist für Gaab, ein intaktes soziales Netz aus Familie und Freunden zu haben. Auch Sport spielt eine wichtige Rolle: Neben dem Krafttraining für den Rücken betreibt sie Sportarten wie Joggen, Fahrradfahren und Skaten, die man auch gemeinsam mit der Familie ausüben kann.

IT ist kommunikationsgetrieben

Um mehr Frauen für die IT zu begeistern, müssten laut Gaab andere Signale nach außen gesetzt werden: "Heute ist IT in vielen Bereichen ein kommunikationsgetriebener Beruf, wo man sehr viele Projekte machen sowie Prozesse und Abteilungen zusammenbringen und sich überlegen muss, welche Lösungen jetzt sinnvoll sind." Die jungen Leute würden heute mit einem ganz anderen Bezug zur IT aufwachsen: "Wenn man sich ansieht, wie Kinder mit Notebooks umgehen, sieht man: Der Zugang zur Technik ist viel besser als noch vor einigen Jahren, weil man heute viel mehr Kontaktpunkte zur IT hat." Zudem durchdringe die IT immer mehr Prozesse, und neue Felder tun sich auf: "Es geht heute nicht mehr darum, wie man Informationen per Bit und Byte dokumentiert, sondern darum, wie man mit ihnen im Unternehmen umgeht, wie man daraus Gewinn schlägt und sie weiterentwickelt." Das sei natürlich nur ein Bereich der IT.

Diane Bryant, CIO Intel

Diane Bryant hat jenseits des Atlantiks in der IT Karriere gemacht. Nach mehreren Management-Stationen wurde die 46-Jährige bei Intel nun CIO des US-Chip-Riesen. "Ich komme aus einer armen Familie und war die Erste, die überhaupt auf das College ging", erzählt Bryant. Sie besuchte ein Community College, wo das Studium kostenlos war und nur zwei Jahre dauerte. Zunächst studierte sie erst einmal "drauflos", ohne wirklich zu wissen, wohin die Reise ging.

Der Impuls in Richtung IT kam von einem Kommilitonen aus ihrem Mathematikkurs, der zu ihr sagte, sie solle Ingenieurin werden, weil das der Bachelor-Abschluss mit den besten Gehaltsaussichten war. "Und da ich ohne Geld aufgewachsen war, hatte das eine große Anziehungskraft auf mich. So wurde ich Ingenieurin", lacht Bryant. Nach ihrem Abschluss ergatterte sie einen Job als Entwicklerin bei Intel, wo sie beispielsweise am 486-Mikroprozessor mitarbeitete, dann in die ARM Mobile Group wechselte und sich immer weiter von den Ingenieursaufgaben zu leitenden Positionen bis hin zur Managerin weiterarbeitete. Heute verantwortet Bryant Intels IT-Abteilung, die zirka 5500 Mitarbeiter umfasst.

Inzwischen ist die Ingenieurin seit 22 Jahren bei dem Halbleiterriesen. Langweilig ist es ihr nie geworden und wechseln wollte sie auch nicht, denn alle zwei bis drei Jahre wurden ihr neue Aufgaben und Positionen angeboten. Aus den ursprünglich monetären Beweggründen, die IT als Berufsziel zu wählen, wurde schnell Leidenschaft. Die Hightech-Industrie verkörpert genau das, was Bryant am meisten schätzt, nämlich ständigen Wechsel und permanente Innovation.

Als Frau in einer Männerwelt

Je weiter Bryant die Karriereleiter nach oben kletterte, desto weniger Frauen fand sie um sich herum. Viele Kolleginnen hielten nicht bis in die hohen Positionen durch, viele konnten Karriere und Familie nicht mehr in Einklang bringen. "Je höher man im Job aufsteigt, desto mehr fordert die Karriere von einem und desto schwieriger wird es, eine Balance zu finden", sagt Bryant. Ein Grund dafür sei, dass Frauen sich immer schuldig fühlten. Wenn sie bei den Kindern sind, denken sie laut Bryant, sie opfern ihre Karriere, und wenn sie in der Arbeit sind, dann haben sie Angst, dass die Kinder zu kurz kommen. "Es gibt ein Sprichwort, das sagt: Wenn man eine Frau gefunden hat, die sich nicht schuldig fühlt, dann hat man einen Mann gefunden", so die Intel-Managerin weiter. Männer hätten solche Schuldgefühle nicht.

Bryant hingegen hat mit Familie und zwei Kindern Karriere gemacht. "Ich bin geblieben, weil bei Intel die Ergebnisse zählen, egal wer man ist, ob Mann oder Frau, weiß oder schwarz." Je weiter sie nach oben kam, desto mehr wurde ihr allerdings klar, dass es nicht mehr nur um Ergebnisse ging, sondern auch um Networking, räumt die Managerin ein.

Der Alltag von Diane Bryant ist wie bei Gaab anstrengend: Sie ist viel auf Reisen, manchmal die ganze Woche. Die Arbeitstage sind lang. Ihr Mann ist ebenfalls berufstätig. Um die Kinder kümmert sich tagsüber das Kindermädchen. Auch Bryant betont, wie wichtig das soziale Netzwerk ist. Große Unterstützung erfährt sie unter anderem von anderen Müttern aus ihrer Umgebung, die nicht berufstätig sind und ihre Kinder manchmal von der Schule abholen. Bryant revanchiert sich an den Wochenenden und beaufsichtigt dann deren Kinder.

iPhone verändert das IT-Image

Was würde Bryant jungen Mädchen sagen, um sie für die IT zu begeistern? "Man muss sich nur so attraktive Geräte wie das iPhone ansehen. Es ist unglaublich populär und hat ein neues Image der Technologie geschaffen", so Bryant. Das sei der Reiz der IT, der auch Schülerinnen zu einer Berufswahl in der Branche bringen werde. Gerade Mädchen schrecken jedoch oft vor einer technischen Studienwahl wie Informatik zurück, weil der Mathematikanteil so schwer wiegt. "Frauen machen es sich viel schwerer und tendieren dazu, viel selbstkritischer zu sein als Männer", meint Bryant dazu. "Die meisten denken, sie könnten nur Ingenieurin oder Informatikerin werden, wenn sie in Mathematik brillant sind."

Als sie am College studierte, so die Managerin, seien nur fünf Prozent der Studenten Frauen gewesen, die Mehrheit war männlich. Einige von den Männern hätten in Mathematik ziemlich schlecht abgeschnitten. Aber sie studierten trotzdem, weil sie unbedingt Ingenieur werden wollten oder weil ihr Vater schon einer war. "Ihnen war es egal, ob sie mit Note drei vom College abgingen, Hauptsache, sie hatten den Titel in der Tasche, um in die IT-Branche zu kommen.

Und wer technisch nicht so begabt war, der suchte sich eben eine weniger technische Seite der IT aus wie etwa Marketing", erinnert sich Bryant. Statt also zu hart zu sich selbst zu sein, könnten sich die Frauen hier eine Scheibe von den Männern abschneiden, lautet ihre Aufforderung an den weiblichen Nachwuchs.

Lindsey Armstrong, President EMEA Salesforce.com

Lindsey Armstrong hat IT-Karriere in England gemacht. Sie ist Europa-Chefin des Software-as-a-Service-Pioniers Salesforce.com. Die 46-Jährige studierte Jura und arbeitete zunächst als Anwältin, wechselte dann jedoch in den Bereich IT-Sales. Damals wie heute war dieser eine Männerdomäne. "Mir fiel auf, dass all diese Männer viel mehr Geld verdienten, aber nicht viel klüger wirkten als ich. Also dachte ich, das kann ich auch", so Armstrong.

Den Seitenwechsel hat sie nie bereut, denn die Branche entpuppte sich für sie ähnlich wie für Bryant als die perfekte Wahl. Die Vielfalt der Tätigkeiten und die Allgegenwart von Technik in allen Lebensbereichen faszinieren sie noch heute. Gerne würde sie mehr Frauen in der IT sehen: "Die IT-Branche ist für Frauen großartig. Sie hat sich in den vergangenen zehn Jahren sehr verändert. Vor einigen Jahren war sie noch ein sehr schmaler Bereich in den Unternehmen, eine Infrastruktur." Heute sei das anders. Viele Firmen basierten heute auf IT, wie etwa Ebay oder Churchill Insurance. Leider würde Frauen gegenüber die IT-Karriere noch immer als sehr techniklastig präsentiert, besonders im Bildungssystem, obwohl die Bandbreite heute Vertrieb, Marketing und Finanzen umfasst. "Ich glaube, dass viele Frauen abgeschreckt werden, weil sie glauben, einen rein technischen Fokus haben zu müssen", so Armstrong.

Der richtige Mix ist wichtig

In Management-Positionen, so Armstrong, geht es immer um die Balance und darum, die Mitarbeiter am besten einzusetzen. Eine gute Mischung aus Männern und Frauen mit unterschiedlichem Background bringen Unternehmen am meisten voran. "Das ist wie auf einer Party: Die beste Feier ist die, zu der der Gastgeber einen magischen Mix von Leuten einlädt, die genug Gemeinsamkeiten haben, aber unterschiedlich genug sind, um etwas Außergewöhnliches beizusteuern." Für Armstrong ist die Notwendigkeit, mehr Frauen einzustellen oder in der IT zu fördern, auch eine Verpflichtung den Aktionären gegenüber. Letztendlich gehe es einzig darum, die besten Kandidaten aus dem Talente-Pool einzustellen. "Wenn man nur männliche Kandidaten berücksichtigt, kommt man dieser Verpflichtung den Shareholdern gegenüber nicht nach."

Frauen in der IT

Der Anteil der weiblichen IT-Profis in Unternehmen schwankt hierzulande zwischen 16 und 20 Prozent (Bundesagentur für Arbeit).

Der Anteil der Frauen bei den Erstsemesterstudenten 2007 in den Fächern Informatik, Maschinenbau, Elektrotechnik liegt bei 16 Prozent (Bitkom).

Der Frauenanteil in den IT-Berufen der dualen Beraufsausbildung (2007) beträgt 9,1 Prozent (Bitkom).

Der Frauenanteil der Studienanfänger in Frankreich, Spanien und Italien beläuft sich auf 30 Prozent (VDI).

Mieses Image

Nach wie vor stehen die IT-Branche und ihre Berufe bei deutschen Jugendlichen und Studenten nicht hoch im Kurs. Offenbar handelt es sich um ein Imageproblem, denn in den Köpfen spukt noch immer das Bild des einsamen Hackers herum.

Das belegt eine Studie der Technischen Universität München, die mehr als 600 Studenten und Abiturienten befragt hat. Diese sehen die Informatik immer noch als reines Programmierhandwerk, so Informatikprofessor Manfred Broy. Aber die Realität zeigt: Wer in der IT arbeitet, muss nicht zwangsläufig programmieren.

Die Berufsbilder haben sich gewandelt, denn mittlerweile ist IT in fast jedem Unternehmensbereich vertreten. So gibt es auch IT-Projektleiter, Support-Mitarbeiter, Online-Marketing-Experten, Datenschutzexperten oder Chief Information Officers (CIOs). Hier müssen die Berufsbilder klarer aufgezeigt werden, fordert Broy.

Bettina Gaab

  • BWL-Studium an der TU Berlin;

  • Trainee Dresdner Bank;

  • Wechsel zur damaligen KPMG Consulting (heute BearingPoint), erst Controlling, dann Beraterin und Projektleiterin, Leiterin des CCC SAP;

  • 2002 Rückkehr in die Beratung im Bereich Managed Services;

  • Seit 2004 EMEA IT Director bei BearingPoint.

Diane Bryant

  • Studium der Elektrotechnik (Bachelor);

  • 1985 Einstieg bei Intel als Elektroingenieurin;

  • Alle zwei bis drei Jahre unterschiedliche Positionen im Unternehmen, zuletzt Vice President für das weltweite Servergeschäft;

  • Seit Mai 2008 CIO von Intel.

Lindsey Armstrong

  • Jurastudium in England;

  • Justiziarin bei einer großen Gewerkschaft;

  • Wechsel in die IT-Branche mit inzwischen über 20 Jahren IT- und Sales-Erfahrung unter anderem bei Oracle, Veritas und Symantec;

  • Seit August 2006 President EMEA von Salesforce.com.

-Tipp

Bettina Gaab in CW-TV zum Thema "IT aus der Steckdose":

Die IT-Chefin vom Beratungshaus Bearing- Point kann sich IT-Leistungen aus der Steckdose nicht vorstellen. Dafür seien die Wünsche der Kunden und deren Geschäfte viel zu individuell.www.computerwoche.de/tv/491/