Alle Kernsysteme laufen unter Linux

08.09.2005
Von Christian Zillich
Als erstes deutsches Versicherungsunternehmen hat die Rheinland Versicherung ihre gesamten Bestandsführungssysteme auf einem IBM-Großrechner nach Linux migriert. Steckbrief Projektart: Konsolidierung heterogener Plattformen auf einem IBM-Großrechner, System- und Datenmigration. Branche: Versicherung. Zeitrahmen: seit 2003. Stand heute: läuft produktiv. Aufwand: 10 400 Manntage, davon 2175 Tage durch externe Kräfte. Produkte: IBM z990 Ergebnis: vereinfachter Rechenzentrumsbetrieb, geringerer Datensicherungsaufwand und reduzierte Kosten. Herausforderung: Migration großer Altdatenbestände, Schnittstellen zu den verbliebenen Altanwendungen. Nächster Schritt: Migration weiterer Altanwendungen.

Vor vier Jahren liefen bei der Rheinland Versicherung die Kernanwendungen in den Bereichen Komposit- und Lebensbestandsführung, Schadenbestandsführung, Provisionierung und anderen Back-Office-Systemen wie Data Warehouse und Rechnungswesen auf verschiedenen heterogener Plattformen. Um die Komplexität zu verringern und die Unterhaltskosten zu senken, beschloss das Unternehmen, den Anwendungspark zu konsolidieren und in eine neue IT-Welt zu überführen.

Erich Pfeifer, Bereichsleiter IT bei der Rheinland Versicherung, freut sich über bessere Skalierbarkeit und mehr Flexibilität.
Erich Pfeifer, Bereichsleiter IT bei der Rheinland Versicherung, freut sich über bessere Skalierbarkeit und mehr Flexibilität.

Kernanwendungen auf Oracle

Dabei konnte Erich Pfeifer, Bereichsleiter IT und Mitglied der erweiterten Geschäftsleitung, jedoch nicht auf der grünen Wiese beginnen. So setzt die in Neuss beheimatete Versicherungsgruppe für die KFZ-Bestandsführung seit 1998 das plattformunabhängige und spartenübergreifende Bestandsführungs- und Informationssystem Icis (Insurance Company Information System) von Debis, heute T-Systems ein. Zudem hat der mittelständische Versicherer diese Basissoftware über die Jahre stark an seine Bedürfnisse angepasst und weiterentwickelt. Gleiches gilt für das neue Bestandsführungssystem im Bereich Lebensversicherungen, das im Jahr 2002 vom Schweizer Versicherungskonzern Generali zugekauft wurde. Beide Kernanwendungen basieren auf Oracle-Datenbanken.

Zahlreiche Altanwendungen

Dem steht eine Vielzahl gewachsener Altanwendungen wie die SHU-Bestandsführung (Verwaltungssystem für Sach-, Haftpflicht- und Unfallversicherungen) gegenüber, die unter IBMs Mainframe-Betriebssystem VM/ VSE auf Basis einer hierarchischen Datenbank und der Anwendung von Cics und Cobol betrieben werden. "Bei der Konsolidierung der Hardwareplattformen standen wir vor der Wahl, eine Unix-Plattform beispielsweise von HP oder Sun einzuführen oder aber den Schritt zu einem IBM-Großrechner der z-Serie unter Linux zu wagen", erinnert sich Pfeifer an die Entscheidungsphase im Jahr 2003.

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