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Das Insider-Interview

Alexander Vierschrodt von 1&1 zum Thema zukunftsfähiges Unternehmen

22.09.2015
In regelmäßigen Zyklus interviewen wir Mitglieder des deutschen Dell-Managements sowie Partner von Dell, um sie zu aktuellen Themen zu befragen und ihren Blick auf brennende Themen zu bekommen. Das Thema diesmal: Die Zusammenarbeit von 1&1 und Dell beim Aufbau zukunftsfähiger Unternehmen.
Foto: 1&1

Insider-Portal: Wie starten Sie in Ihren Büroalltag?

Alexander Vierschrodt: Ich frühstücke nicht Zuhause, sondern gehe gleich ins Büro. Während ich dort an meinem Schreibtisch meine erste Tasse Kaffee des Tages trinke, sehe ich mir als Erstes die Zahlen des Vortags an.

Sie sind Leiter des kommerziellen Produktmanagements und betreuen bei 1&1 sämtliche Infrastructure as a Services (IaaS), von VPS über dedizierte Server bis hin zur Cloud. Was hat Sie in die IT-Branche gebracht?

Umfrage zu CRM in der Cloud

Die IT begeisterte mich schon immer. Als Jugendlicher faszinierten mich die Commodore Computer C64 und Amiga. Bald hatte ich dann meinen ersten PC. Später studierte ich BWL und VWL. Während dieser Zeit kristallisierte sich immer mehr heraus, dass ich im Bereich IT tätig sein möchte. Bevor ich zu 1&1 kam, war ich als Head of Marketing bei der H+H Software GmbH und Product Marketing Manager bei der SuSE Linux AG tätig.

Was lieben Sie an Ihrer Tätigkeit bei 1&1 besonders?

Das ist auf jeden Fall unsere breite Produktpalette. Deswegen bin ich immer wieder erstaunt, dass die meisten Leute 1&1 mit der DSL- und Handy-Sparte verbinden, obwohl wir das nur in Deutschland anbieten. Wir haben jedoch ein umfangreiches Produktportfolio im Web-Hosting, das wir immer wieder durch interessante Kombinationen aufwerten. So sind wir als einer der wenigen Anbieter in der Lage, jedem Kunden beim Kauf eines Servers zugleich eine Domain anzubieten. Wenn er möchte, kann er parallel dazu Web-Hosting betreiben. Diese Vielfältigkeit macht 1&1 für mich so spannend.

Wie kam es dazu, zusätzlich zu Ihren bisherigen Server-Angeboten, Dell als Markenprodukt ins Angebot von 1&1 aufzunehmen?

Seit der Beteiligung an Schlund & Partner im Jahre 1998 bietet 1&1 auch Hosting-Services an. Zunächst assemblierten wir unsere Server übrigens komplett selbst und hatten zudem eigene Rack-Standards, um eine besonders hohe Packungsdichte zu erreichen. Neben der eigens entwickelten Hardware wollten wir unseren Kunden jedoch auch hochwertige Server eines namhaften Herstellers anbieten. So brauchten wir vor allem für den professionellen Bereich einen Partner, von dem wir entsprechende professionelle Hochleistungs-Server bekommen und der zugleich einen zuverlässigen Service zu attraktiven Konditionen bietet. Dennoch stand die Frage im Raum, ob wir auch mit Standard-Hardware unseren Kunden weiterhin attraktive Leistungen bieten können. Das haben wir mit Dell sehr gut hinbekommen.

Was gab den Anstoß, sich für Dell als Partner zu entscheiden?

Gleich vorweg: Ein gutes Preis-/Leistungsverhältnis war für uns sehr wichtig, jedoch nicht das entscheidende Kriterium. Natürlich haben wir Angebote mehrerer Hersteller verglichen. Hier gab es sowohl günstigere als auch ähnliche Angebote. Überzeugt hat uns schließlich das Komplettpaket mit einem für uns attraktiven Service-Konzept, das Dell uns offerierte. Des Weiteren hat Dell auch unsere Server in ihr Angebot aufgenommen und bietet Kunden unsere Business Line als Hosting-Service an. Diese Kooperation war uns sehr wichtig.

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Ich kann beim besten Willen keine Schwierigkeit nennen, die uns übermäßig beschäftigt hat.

Welche Schwierigkeiten galt es zu überwinden?

Die Umstellung auf Standard-Hardware war für uns herausfordernd. Dabei hat uns jedoch Dell sehr gut unterstützt. Das heißt, wenn es Schwierigkeiten gab, wurden die immer schnell gelöst. Für uns war es aber neu und wir mussten uns daran auch erst einmal gewöhnen, bei solchen Dingen auf einen externen Partner angewiesen zu sein. Dabei ist es umso wichtiger, dass der Partner flexibel ist und jederzeit Unterstützung liefert. Und das hat immer sehr gut geklappt. Deswegen kann ich beim besten Willen keine Schwierigkeit nennen, die uns übermäßig beschäftigt hat.

Wie profitieren Ihre Kunden davon?

Benötigt beispielsweise ein Dell-Kunde einen Server nur für eine bestimmte Zeit, vermittelt Dell einen Server von 1&1. Hinzu kommen die vielen Tools, die Dell im Angebot hat. Dell hat darüber hinaus eine hohe Marktverbreitung. Wenn Sie einem Kunden anbieten können, dass er die gleichen Tools wie gewohnt weiter nutzen und auch weiterhin sein Server-Management wie gewohnt über die gleiche Oberfläche bedienen kann, ist das ein starkes Verkaufsargument. Außerdem kann der Kunde mit den gewohnten Monitoring-Tools auf seinen Server bei uns im Rechenzentrum zugreifen.

Wofür nutzen Ihre Kunden die Server am meisten?

Das sind zum einen Kunden, die Streaming-Dienste nutzen. Hierfür haben wir die dafür notwendige leistungsfähige Hardware sowie eine entsprechende Server-Anbindung ins Internet. Kunden, die einen 1&1 Business Line by Dell Server nutzen, profitieren von einer Gigabit-Anbindung. So ist die erforderliche Bandbreite garantiert und Inhalte mit hohem Traffic problemlos möglich. Zum anderen nutzen viele Web-Hoster als Reseller unsere Server. Sie bringen eine große Anzahl Web-Seiten ans Netz und benötigen dafür eine entsprechend hohe Performance und Zuverlässigkeit. Daher legen diese Kunden auch großen Wert auf Marken-Hardware.

In welchen Ländern bieten Sie die Business-Line an?

In Europa sind das: Deutschland, Großbritannien, Frankreich, Italien und Spanien. In Übersee vertreiben wir unsere Business-Line in USA, Kanada und Mexiko. Natürlich eruieren wir kontinuierlich neue Märkte für unsere Produkte.

Welche Unternehmen mieten hauptsächlich einen Dedicated Server?

Wir haben viele Kunden aus dem Mittelstand, die von zwei bis 200 Mitarbeitern beschäftigen. Denn diese Unternehmen spüren die Kostenvorteile am meisten. Zudem wollen sie ihre Investitionen nicht ewig an Server binden, die im eigenen Firmengebäude stehen. Stattdessen können sie Investitionen woanders einsetzen und haben den weiteren Vorteil, jederzeit auf modernere Hardware umzusteigen. Die Server im eigenen Haus, bleiben meist über die Jahre der Abschreibungszeit auf einen unveränderten technischen Stand. Viele unserer Kunden steigen dagegen nach zwei Jahren auf modernere Hardware um, ohne dafür mehr bezahlen zu müssen.

Was ist aus Ihrer Sicht für ein Unternehmen wichtig, um zukünftig wettbewerbsfähig zu bleiben?

Zunächst muss klar sein, dass die IT-Abteilung eines Unternehmens nicht mehr nur ein Auftragnehmer ist. Vielmehr muss sie als aktiver Dienstleister im Unternehmen auftreten. Sie darf also nicht mehr nur "Befehlsempfänger" sein, sondern muss von sich aus aktiv werden und ihren "internen Kunden" attraktive Dienste zur Verfügung stellen. Dazu zählt beispielsweise ein modernes Workplace Management mit einer modernen IT-Struktur. Damit wird sichergestellt, dass die Mitarbeiter jederzeit und von überall Zugriff auf ihre Dienste haben. Für uns als 1&1 steht dabei die "Cloudifizierung" der IT im Fokus. Das heißt, dass immer mehr Dienste über die Cloud bereitgestellt werden können und somit rund um die Uhr von jedem Arbeitsplatz der Welt genutzt werden können.

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Die Gespräche mit den Kollegen an der Kaffeemaschine sind durch nichts zu ersetzen.

Wie ist Ihre persönliche Meinung zum mobilen Arbeitsplatz?

Ich glaube, mir würde bei dauerhaftem Home-Office der persönliche Kontakt mit den Mitarbeitern fehlen. Ich könnte mir trotzdem vorstellen, zwei oder drei Tage pro Woche im Home-Office zu arbeiten. Dennoch: Die Gespräche mit den einen oder anderen Kollegen an der Kaffeemaschine sind durch nichts zu ersetzen. Wir sind aber auf dem Weg zum mobilen Arbeitsplatz bereits weit vorangeschritten. So gibt es große IT-Unternehmen, bei denen nur noch ein Fünftel der Mitarbeiter einen festen Arbeitsplatz innerhalb des Firmengebäudes. Dieser Trend wird meiner Meinung nach nicht nachlassen.

Wie weit sind deutsche Unternehmen bereits beim Thema Mobilität und Cloud?

Meiner Erfahrung nach hängt Deutschland bei diesem Thema massiv hinterher. Das sehe ich alleine schon an den Zahlen zu unserem 1&1 Cloud-Server. Wir haben in Deutschland damit zwar einen sehr guten Marktstart hingelegt, aber ich sehe auch, dass in den USA die Cloud-Akzeptanz sehr viel schneller von statten geht. Mit unserem Produkt lagen wir ohne großes Marketing vom ersten Tag an sehr deutlich über den geplanten Zahlen. Dennoch ist in Deutschland der Trend zu erkennen, dass der Markt für Cloud-Server wächst und bei den Unternehmen immer mehr in den Fokus rückt.

Was sind Ihrer Meinung nach die Gründe, dass Deutschland bei der Cloud-Akzeptanz anderen Ländern hinterherhinkt?

Das liegt an einer gewissen Unsicherheit oder besser gesagt, an dem Gefühl, dass die Unternehmensdaten nicht mehr komplett in eigener Hand sind. Bei deutschen Unternehmen scheint das besonders ausgeprägt zu sein. Allerdings ist zu beobachten, dass sich in Deutschland bei den jüngeren Kunden dieser Trend umkehrt. Sie stehen diesem Thema deutlich aufgeschlossener gegenüber als die ältere Klientel.

Mit welchen technischen Neuerungen können wir im Cloud-Bereich in naher Zukunft rechnen?

Das ist eine sehr spannende Frage. Aus der Sicht von 1&1 kann ich dazu sagen, dass wir unseren Kunden zukünftig die Nutzung unseres Services noch einfacher machen wollen, Daten aus ihrem lokalen Rechenzentrum in die Cloud zu bekommen. Damit wird das intelligente Zusammenspiel zwischen Public- und Private Cloud ganz wichtig. Entscheidend ist dabei, eine enge Verzahnung der noch im Unternehmen liegenden Dienste mit denen, die bereits außerhalb liegen zu erreichen. Damit das funktioniert, müssen die Unternehmen zur Umsetzung entsprechende Prozesse aufsetzen und Optimierungspotenziale ausloten. Hier sehe ich noch großes Potenzial.

Heißt das, es muss noch viel mehr in die Cloud ausgelagert werden, als das derzeit der Fall ist?

Ja. Ein Haken dabei ist jedoch, dass das Ganze über einheitliche Management-Oberflächen passieren muss. Für die IT wäre es kontraproduktiv, müsste sie mit zig verschiedenen Dashboards arbeiten. Deshalb arbeiten wir momentan daran, hierfür etwas Umfassendes zu entwickeln. Ziel ist es, ein One-Stop-Shop für die komplette, ausgelagerte IT zu sein. Die Verschmelzung von Public Clouds auf unserem Cloud-Server mit der Private Cloud auf den bei uns gehosteten Dell-Servern, wird aus unserer Sicht der Königsweg sein.

Vielen Dank für das interessante Gespräch!

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