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Alcatels Lucent-Übernahme ist gescheitert

30.05.2001

MÜNCHEN (COMPUTERWOCHE) - Die inzwischen auch offiziell geplante Übernahme des amerikanische TK-Ausrüsters Lucent Technologies durch dessen französischen Konkurrenten Alcatel ist in letzter Minute gescheitert. Lucent witterte hinter dem Deal zu sehr ein Übernahme denn einen "Merger of Equals", als den der AT&T-Ableger das Geschäft gern gesehen hätte. Außerdem konnten sich die Verhandlungspartner nicht über die Besetzung der Chefetage des fusionierten Gemeinschaftsunternehmens einigen.

Übereinstimmung bestand offenbar bereits darüber, dass Alcatel-Chef Serge Tchuruk in die USA umziehen und von dort aus die neue Company leiten sollte. An dieser hätten die Franzosen mit 58 Prozent die Mehrheit gehalten - was Lucent schon nicht recht behagte. Weiteren Ärger gab es um den Vorstand: Dieser sollte mit 16 Sitzen bestückt werden. Acht davon wären nach dem Willen von Alcatel an eigene Manager gegangen, sechs an Lucent. Die zwei verbleibenden Posten wollte man später besetzen. Lucent wollte hierüber allein entscheiden, was Alcatel nicht zusagte.

Insider gehen allerdings davon aus, dass die aktuelle Absage eher unter das Motto "Aufgeschoben ist nicht aufgehoben" fällt. Es sei durchaus denkbar, dass die Gespräche zu einem späteren Zeitpunkt wieder aufgenommen und dann zu einem erfolgreicheren Abschluss gebracht würden.