Alcatel und Nokia nutzen den WAP-Standard

Alcatel und Nokia nutzen den WAP-Standard Anbieter locken mit Internet-Handies

12.03.1999
MÜNCHEN (CW) - Das Wireless Application Protocol (WAP) mausert sich zum führenden Standard für Datenübertragungen in drahtlosen Netzen. Zwei Handy-Hersteller haben jetzt Lösungen vorgestellt, die auf dem Verfahren basieren.

Gefördert wird die WAP-Spezifikation durch das WAP-Forum (www.wapforum.org), einen Zusammenschluß von Geräteherstellern, Carriern und Software-Anbietern. Zu den prominentesten Vertretern zählen Unternehmen wie Ericsson, Nokia oder Motorola. Nach Angaben der Organisation wollen insgesamt drei Viertel der Mobiltelefon- Hersteller den Standard unterstützen, mit dem ein drahtloser Datenaustausch vereinheitlicht werden soll. Darunter fällt in erster Linie die Übertragung von vorgefertigten Internet-Inhalten zu den Handies. Durch die Fixierung auf das globale Medium sind existierende Internet-Standards wie die Extensible Markup Language (XML) oder das Internet Protocol (IP) in die Spezifikation eingeflossen.

Ziel der Initiative ist, daß Anwendungen auf den Mobiltelefonen oder Funkterminals aller Gerätehersteller einheitlich ablaufen. Die Standardisierungsbemühungen erhielten unlängst auf dem GSM- Weltkongreß in Cannes Rückenwind. Zwei Branchenführer präsentierten dort neue Mobiltelefone, die auf der WAP- Spezifikation beruhen. Während die französische Firma Alcatel ihr "One Touch Pocket" ins Rennen um die Gunst der Handy-Surfer schickt, stellte Nokia sein neues "7110" vor.

Das finnische Mobiltelefon kommt mit einem Gesamtgewicht von 141 Gramm daher. Angesichts der Features, die Nokia in dem Gehäuse untergebracht hat, braucht sich das Gerät vor keinem Konkurrenten aus der Abteilung Personal Digital Assistants (PDAs) zu verstecken. Das Handy empfängt vorgefertigte Textinformationen aus dem Internet wie beispielsweise Nachrichten, Wettervorhersagen, Börsenkurse oder E-Mails.

Ein integriertes Dictionary, das der Benutzer erweitern kann und welches Wörter automatisch vervollständigt, soll die Bedienung vereinfachen. Mit dem "Navi-Roller", einem kleinen Trackball, hangelt sich der Anwender durch die Menüs. Darüber hinaus bietet das 7110 ein Adreßbuch für 1000 Einträge sowie einen Kalender. Nebenbei kann der Nutzer das 7110 auch als normales Mobiltelefon einsetzen. Das Dual-Band-Gerät funkt in GSM-Netzen mit einer Frequenz von 900 oder 1800 Megahertz.

Mit ähnlichen Funktionen soll auch das One Touch Pocket von Alcatel aufwarten. Immerhin weist das Unternehmen schon einen Partner vor, der die Internet-Inhalte bereitstellt. Der französische Mobilfunk-Carrier Cegetel plant, ab Ende März einen Service für die Alcatel-Plattformen zu starten. Darunter fallen dann E-Mail-, Online-Banking- und Shopping-Funktionen. Wer allerdings glaubt, daß er in naher Zukunft via Handy quasi wie mit einem Desktop im World Wide Web surfen kann, irrt. Allein die Größe der Mobiltelefon-Displays schränkt die grafischen Möglichkeiten stark ein.