Aktie steigt

Alcatel-Lucent schafft trotz Umsatzschwund ersten Jahresgewinn

10.02.2012
Der französisch-amerikanische TK-Ausrüster Alcatel-Lucent hat seine Profitabilität im Schlussquartal überraschend deutlich verbessert.
Alcatel-Lucent-Chef Ben Verwaayen
Alcatel-Lucent-Chef Ben Verwaayen
Foto: Alcatel-Lucent

Trotz eines wie erwartet kräftigen Umsatzrückgangs erzielte das unter starkem Konkurrenzdruck leidende Unternehmen unter dem Strich einen Gewinn von 868 Millionen Euro und damit mehr als fünf Mal so viel wie von Analysten geschätzt. Auf Jahressicht schaffte das Unternehmen damit zum ersten Mal seit dem Zusammenschluss im Jahr 2006 einen Überschuss, wie Alcatel Lucent am Freitag in Paris mitteilte. Eine Dividende will das Unternehmen aber nicht zahlen.

Den Börsianern war das einerlei. Sie feierten den erstmaligen Jahresgewinn und die für das laufende Jahr in Aussicht gestellte höhere Marge. Die im französischen Leitindex CAC-40 notierte Aktie gewann am Vormittag zuletzt 16,60 Prozent auf 1,749 Euro, während der Index 0,7 Prozent verlor.

Auch wenn der Blick in das laufende Jahr nur begrenzt möglich sei, peile Alcatel Lucent 2012 eine höhere bereinigte operative Marge als im vergangenen Jahr an, sagte Vorstandschef Ben Verwaayen. Die für das Unternehmen relevante Kennzahl erreichte im vergangenen Jahr 3,9 Prozent und lag damit knapp unter der Zielmarke von vier Prozent.

Der Umsatz brach im Schlussquartal um knapp 13 Prozent auf 4,15 Milliarden Euro ein. Den starken Rückgang bei den Erlösen führte das Unternehmen vor allem auf die Flaute im Geschäft mit der Ausrüstung von Drahtlosnetzen zurück. Nach einer längeren Investitionsphase schraubten die Kunden ihre Ausgaben zurück. Zudem litt das Servicegeschäft.

Am Donnerstag berichteten Gewerkschaften, dass Alcatel Lucent 1800 Arbeitsplätze in Europa streichen wolle. Das Unternehmen äußerte sich dazu auch am Freitag zunächst nicht.

Wie auch die Konkurrenten Ericsson und Nokia Siemens Networks steht der amerikanisch-französische Netztechnik-Riese unter starkem Druck, die Kosten zu senken. Im Westen halten sich die Netzbetreiber mit Investitionen zurück, zudem sind chinesische Konkurrenten mit günstigerer Technik auf dem Vormarsch. (dpa/tc)