Umsatz steigt überraschend

Alcatel Lucent findet ersten Partner

31.07.2013
Der angeschlagene Netzausrüster Alcatel-Lucent hat einen ersten Schritt aus der Dauerkrise geschafft.
CEO Michel Combes sucht noch weitere Partner, die sich an Alcatel-Lucent beteiligen könnten.
CEO Michel Combes sucht noch weitere Partner, die sich an Alcatel-Lucent beteiligen könnten.
Foto: Alcatel-Lucent

Der neue Vorstandschef Michel Combes konnte am Dienstag neben einem überraschenden Umsatzplus für das zweite Quartal einen ersten Partner für das Verluste schreibende Unternehmen präsentieren. Zusammen mit dem US-Chipspezialisten Qualcomm wollen die Franzosen künftig kleine Mobilfunksender entwickeln, die die Netzabdeckung in dicht besiedelten Gebieten verbessern sollen. Dazu beteiligt sich Qualcomm an Alcatel-Lucent.

Alcatel-Lucent sei auf der Suche nach drei bis fünf Partnern, die zusammen einen Anteil von etwas mehr als fünf Prozent halten sollen, sagte Combes in einer Telefonkonferenz. Qualcomm werde mit einer Beteiligung deutlich unter dieser Schwelle bei den Franzosen einsteigen. Amt Aktienmarkt sorgte die Nachricht für Kursgewinne. Das Alcatel-Lucent-Papier stieg zeitweise um mehr als zehn Prozent bis auf 1,766 Euro. Sie baute damit die Kursgewinne der vergangenen Wochen aus und war so teuer wie seit dem Frühjahr 2012 nicht mehr. Anfang Mai hatte die Aktie kaum mehr als einen Euro gekostet.

In der Zeit zwischen April und Ende Juni wuchs der Umsatz um 1,9 Prozent auf 3,61 Milliarden Euro - Analysten hatten indes mit einem Rückgang gerechnet. Bereinigt um Abschreibungen und Umbaukosten schaffte es das Unternehmen operativ sogar einen Gewinn von 24 Millionen Euro zu erzielen. Analysten hatten einen Verlust auf dem Zettel stehen. Unter dem Strich weitete sich der Verlust indes kräftig aus. Nach einem Fehlbetrag von 396 Millionen vor einem Jahr, waren es nun 885 Millionen Euro. Allein 552 Millionen Euro kommen von Abschreibungen und knapp 200 Millionen Euro von den Kosten für den laufenden Umbau.

Alcatel-Lucent steht wie andere europäische Netzwerkausrüster - etwa Ericsson und Nokia Siemens Networks (NSN) - unter heftigem Wettbewerbsdruck vor allem von chinesischen Herstellern. Firmen wie ZTE und Huawei gewinnen mit Niedrigpreisen Marktanteile. Seit der Gründung 2006 hat Alcatel-Lucent Verluste von mehr als 10 Milliarden Euro angehäuft. Der seit April amtierende Vorstandschef Combes will das Ruder herumreißen. Dazu sollen Unternehmensteile für rund 1 Milliarde Euro verkauft werden und die Kosten ebenfalls um eine Milliarde Euro sinken. "Wir sind noch am Beginn unserer Reise", sagte der Manager. (dpa/tc)