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Alcatel hält trotz schwacher Zahlen an Jahresprognose fest

28.04.2005

MÜNCHEN (COMPUTERWOCHE) - Der französische Telekomausrüster Alcatel hält - wie vom Markt erwartet - trotz schwacher Zahlen im ersten Quartal an seinen Jahresprognosen fest. Wie das Unternehmen am Donnerstag in Paris mitteilte, stieg der operative Gewinn in den ersten drei Monaten 2005 von 84 Millionen auf 107 Millionen Euro. Analysten hatten mit 156 bis 162 Millionen Euro gerechnet.

Damit betrug die operative Marge im ersten Quartal 4,1 Prozent und lag um 21 Prozent über dem Vorjahresniveau. Alcatel-Chef Serge Tchuruk kommentierte das Ergebnis mit den Worten, die operative Marge im ersten Quartal sei die beste gewesen, die Alcatel im traditionell schwachen Auftaktquartal he erwirtschaftet habe. "Das erste Quartal und der allgemeine Trend in der Branche festigen damit unsere in unserem Ausblick gemachten Annahmen", folgerte Tchuruk. Alcatel halte damit an seiner Prognose fest und wolle weiterhin im Gesamtjahr eine EBIT-Marge von zehn Prozent erreichen.

Unter dem Strich war Alcatel im ersten Quartal ein Überschuss von 124 Millionen Euro geblieben. Damit wurde das Vorjahresergebnis mehr als halbiert. Alcatel hatte im Auftaktquartal 2004 noch 278 Millionen Euro Reingewinn erwirtschaftet. Experten hatten allerdings mit einem deutlich geringeren Überschuss zwischen 49 und 68 Millionen Euro gerechnet. Der Umsatz stieg von 2,515 auf 2,607 Milliarden Euro. Analysten hatten hier 2,634 bis 2,643 Milliarden Euro erwartet.

Für das Festnetzgeschäft hält der Konzern an seinem Ausblick fest und rechnet hier mit einem Aufschwung im zweiten Halbjahr. Das zweite Quartal werde aber noch schwach ausfallen. Im Mobilgeschäft soll sich das hohe Umsatzwachstum des ersten Quartals auch im folgenden Jahresviertel fortsetzen, prognostizierte Tchuruk. Konzernweit wird für das zweite Quartal und für das Gesamtjahr weiterhin mit einem Umsatzwachstum im niedrigen bis mittleren Prozentbereich gerechnet, allerdings bei auf der Basis konstanter Wechselkurse. Darüber hinaus soll der Gewinn je Aktie (EPS) im Gesamtjahr im zweistelligen Prozentbereich wachsen.

Auf dem Weg zu mehr Wachstum und Gewinn kämen derzeit auf Alcatel mehrere Herausforderungen zu, sagte Tchuruk. Zum einen komme es darauf an, dem Preisdruck durch eine verbesserte Produktpalette zu widerstehen, die fixen Kosten zu senken und gleichzeitig Geschäftsmöglichkeiten nicht zu vernachlässigen. Die operative Marge könne in den kommenden Quartalen durch Absicherungsgeschäfte gegen Wechselkursschwankungen zudem variieren. "Die nächste große Herausforderung ist, in Märkten, die derzeit einen tiefen Umbruch durchmachen, unseren Umsatz zu erhöhen und die Margen unter Kontrolle zu halten", sagte der Alcatel-Chef. Hierzu seien Investitionen nötig, um sich von der Konkurrenz durch spezielle Produkte abzuheben. (dpa/tc)