iPad Mini, Google Nexus & Co.

Aktuelle Mini-Tablets im Vergleichstest

Thomas Rau ist Ressortleiter Hardware bei der PC-WELT. Sein Spezialgebiet sind Notebooks: Seit 1998 testet er Business- und Consumer-Laptops sowie andere mobile Geräte für unsere Schwesterpublikation. Zu seinen Themenbereichen gehören außerdem WLAN und Netzwerke.
Mini-Tablets haben zwei Vorteile: Sie sind ideal für unterwegs, und sie sind günstiger als die großen 10-Zoll-Brüder. Lesen Sie, welche kleinen Tablets empfehlenswert sind.

Mini-Tablets legen ihr Billig-Image ab. Aktuelle Tablets mit 7- oder 8-Zoll-Display sind nicht mehr nur empfehlenswert, weil sie am günstigsten sind. Zwar gibt es nach wie vor Preisbrecher wie das Asus Memopad HD 7, das Sie mit 8 GB Speicher für unter 100 Euro bekommen.

Aber viele Mini-Tablets bieten besonders Vorteile, ohne zu stark an der Preisschraube zu drehen: Das Samsung Galaxy Tab Pro 8.4 und das Google Nexus 7 bekommen Sie für rund 200 Euro. Beide haben aber sehr hochaufgelöste Displays, die für scharfe Darstellung und knackige Farben sorgen. Für rund 300 Euro gibt es das Nvidia Shield Tablet, das derzeit beste Spiele-Tablet.

Natürlich sitzen ganz oben in der Nahrungskette der Mini-Tablets die üblichen Verdächtigen: Apple mit dem iPad Mini Retina, Samsung mit dem Galaxy Note 8.0 oder Google mit dem Nexus 7.

Doch die Luxus-Zwerge zeichnen sich durch Extras aus wie hochwertige Verarbeitung, farbstarke Displays oder einen zusätzlichen Eingabestift, die Sie gar nicht unbedingt brauchen, wenn Sie ein günstiges Tablet vor allem zum Mailen, Surfen und für Filme suchen.

Mini-Tablets mit Spezialitäten

Das Samsung Galaxy Tab S wiegt trotz seines 8,4-Zoll-Displays unter 300 Gramm - und ist damit leichter als alle anderen Mini-Tablets außer dem Google Nexus 7. Eine höhere Punktdichte hat dagegen kein anderes Tablet - das Galaxy Tab S bringt 2560 x 1600 Bildpunkte auf seinem Display unter, das ergibt 359 ppi - wie beim Samsung Galaxy Tab Pro 8.4. Der AMOLED-Bildschirm sorgt für hervorragende Farben - wenn Sie die Finger von den vermeintlichen "Optimierungen" lassen, die Samsung per Software anbietet.

Bei Windows-Tablets wie das Dell Venue 8 Pro oder das Acer Iconia W4 finden Sie ein vollwertiges Windows. Die Windows-Zwerge reagieren schnell und zeigen eine ordentliche Akkulaufzeit. Allerdings können sie den Windows-Vorteil kaum ausspielen: Office lässt sich auf der kleinen Displaydiagonale und ohne Tastatur nicht bequem bedienen. Außerdem ist der Atom-Prozessor, der sie antreibt, für viele Windows-Standard-Programme zu schwach - von sinnvollem Multi-Tasking ganz zu schweigen. Immerhin werden auch die kleinen Windows-Tablets immer günstiger. Denn sie spüren den Preisdruck von 10-Zoll-Tablets mit Windows: Auch bei den großen Tablets mit dem Microsoft-Betriebssystem fallen die Preise und auch sie haben jetzt Office-Software - nämlich ein Abo für Office 365 Personal für ein Jahr.

Bedienung und Rechentempo

Ein Tablet mit einer schnellen CPU baut auch komplexe Webseiten schneller auf und vermittelt ein angehmeres Surf-Gefühl. Ein schnelles WLAN-Modul hilft dabei natürlich auch, ist aber vor allem entscheidend, wenn Sie auf das Tablet HD-Videos streamen wollen. Dafür uneingeschränkt zu empfehlen sind alle Modelle des iPad Mini sowie die Mini-Tablets mit Windows 8.

Die drei Plattformen iOS, Android und Windows liegen sehr nahe beieinander, wenn es um Bedienungskomfort geht. Zwar funktioniert die Fingerbedienung beim Apple iPad Mini Retina immer noch am reibungslosesten. Doch auch bei aktuellen Android-Tablets wie dem Google Nexus 7 stören höchstens noch Mini-Ruckler. Selbst günstige Tablets der 100-Euro-Klasse machen bei einfachen Tablet-Aufgaben wie Surfen und Filmeschauen keine Zicken.

Bildschirme

Kleines Display, große Auflösung: Aktuelle Mini-Tablets protzen mit großen Pixelzahlen - am meisten Bildpunkte, nämlich über vier Millionen versammeln das Galaxy Tab Pro und S sowie das Amazon Kindle Fire HDX 8.9. Danach folgt das iPad Mini Retina. Mit Full-HD-auflösung glänzen das LG G Pad 8.3, das Nvidia Shield Tablet und das Google Nexus 7.

Diese Super-HD-Mini-Tablets haben eines gemeinsam: Auf ihren Displays sehen Buchstaben gestochen scharf aus, das Lesen von Webseiten und E-Books ist deutlich angenehmer als auf einem niedriger aufgelösten Bildschirm. Natürlich wirken auch Filme und Fotos mit entsprechend hoher Auflösung auf diesen Displays attraktiver. Die kleinen Windows-Tablets kommen da nicht heran: Sie zeigen 1280 x 800 Bildpunkte und damit eine Punktdichte von 189 ppi. Für die meisten Android-Modelle der unteren Preisklasse gilt dasselbe.

Üppige Ausstattung bieten vor allem die teuren Mini-Tablets: Das iPad Mini Retina beispielsweise bekommen Sie mit bis zu 128 GB Speicher und LTE-Modem. Doch per Mobilfunk telefonieren können Sie nicht damit. Das geht dafür beim Samsung Galaxy Tab 3 8.0 mit LTE, das Sie ab rund 280 Euro bekommen. Die gleiche Smartphone-Tablet-Kombination bieten deutlich günstiger das Asus Fonepad und das Archos 79 Xenon . Da auch Smartphones riesiger werden, fallen Sie wahrscheinlich sogar gar nicht mehr auf, wenn Sie sich ein Mini-Tablet ans Ohr halten: Mit (Bluetooth-)Headset ist es trotzdem diskreter.

Wegen des geringen Gewichts eignen sich die Mini-Tablets besser zum Lesen von E-Books, aber auch zum Filme schauen oder Spielen, wenn Sie das Tablet dabei nicht hinstellen können: Ideal, wenn Sie sich zum Beispiel in Bus und Bahn mit einer Hand festhalten und mit der anderen das Tablet nutzen.Einige Mini-Tablets haben Displays im 4:3-Displays - zum Beispiel das iPad Mini Retina und das Acer Iconia A1-830 : Sie sind ideal für die Zeitschriftenlektüre. Aber auch Webseiten nutzen dieses Seitenverhältnis besser aus als das 16:9- oder 16:10-Format.Um das Tablet unterwegs möglichst lange verwenden zu können, muss es neben einem geringen Gewicht eine ausdauernde Akkulaufzeit bieten. Die beste Kombination aus Ausdauer und Leichtigkeit bekommen das Samsung Galaxy S 8.4 und das Lenovo Yoga Tablet 8 hin. Die Windows-Tablets schlagen sich respektabel mit Laufzeiten von 6,5 bis acht Stunden. Günstige Android-Modelle bringen es dagegen nur auf vier bis fünf Stunden.