Experton über Rechenzentren

Akribische Planung unabdingbar

Holger Eriksdotter ist freier Journalist in Hamburg.
Anzeige  Der Aufbau und die Modernisierung von Rechenzentren muss heute weitaus anspruchsvollere Kriterien erfüllen als noch vor einigen Jahren. Wer nicht schon in der frühen Planungsphase alle wesentlichen technischen, organisatorischen und wirtschaftlichen Einflussfaktoren berücksichtigt, wird in den nächsten Jahren wenig Freude am neuen oder reorganisierten Rechenzentrum haben, warnen die Analysten der Experton Group.
"Die RZ-Verantwortlichen müssen zahlreiche wirtschaftliche und geografische Faktoren, interne IT-Überlegungen und politische Gegebenheiten gegeneinander abwägen", sagt Alexander Hemzal, Analyst der Experton Group.
"Die RZ-Verantwortlichen müssen zahlreiche wirtschaftliche und geografische Faktoren, interne IT-Überlegungen und politische Gegebenheiten gegeneinander abwägen", sagt Alexander Hemzal, Analyst der Experton Group.
Foto: Experton Group

Angesichts der unzähligen Optionen und Kriterien ist der Auswahlprozess bei der RZ-Modernisierung heutzutage komplexer denn je. Die Experton Group hat auf Basis von Anwenderanfragen eine Übersicht der Gewichtungsfaktoren zusammengestellt, die beim Auf- oder Ausbau eines Rechenzentrums berücksichtigt werden sollten. "Die RZ-Verantwortlichen müssen zahlreiche wirtschaftliche und geografische Faktoren, interne IT-Überlegungen und politische Gegebenheiten gegeneinander abwägen, um eine fundierte, kluge Entscheidung über den Standort treffen zu können", sagt Alexander Hemzal, Analyst und Berater bei der Experton Group.

Technische und wirtschaftliche Faktoren genau kennen

Dafür sollten die IT- und RZ-Verantwortlichen schon im Vorfeld des Auswahlprozesses gewichtete Kriterien aufstellen, die alle Einflussfaktoren adressieren. Dazu gehörten neben den klassischen technischen und wirtschaftlichen Parametern wie Verfügbarkeit, Performance, Kapazitätsbedarf, Kosten, Konfigurationen, Konsolidierung und Ausnutzung des Rechenzentrumsplatzes auch Themen wie Wachstum, Personal, Mitarbeiterschulung sowie Virtualisierung und private Clouds.

Gerade bei der Planung eines komplett neuen Rechenzentrums würden oft geografische Faktoren wie Energieversorgungsquellen und -kapazitäten, Energiekosten, Nähe zu Firmenniederlassungen oder firmeneigenen Rechenzentren, Gefahr von Naturkatastrophen, Größe des Standorts oder Telekommunikationsanbindung zu wenig Beachtung geschenkt. Auch wirtschaftliche und politische Faktoren wie die Standorte von Geschäftspartnern und Kunden, kommunale Anreize, Umweltgebühren, Lebensqualität, Art des Stromnetzes, Präsenz anderer Unternehmen sowie gesetzliche Vorgaben würden nicht immer angemessen in die Planung einbezogen.

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