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Akamai: 29 Prozent der Mitarbeiter und der Finanzchef (müssen) gehen

17.10.2002

MÜNCHEN (COMPUTERWOCHE) - Im Kampf um die Profitabilität will sich der US-amerikanische Content-Delivery-Spezialist Akamai nun von mehr als ein Viertel seiner Belegschaft trennen. Wie das Unternehmen bekanntgab, sollen die Zahl der Mitarbeiter bis Ende des Jahres um 29 Prozent von 789 auf 550 reduziert werden. Finanzchef Timothy Weller wollte sich nicht genauer dazu äußern, wo die Streichungen vorgenommen werden. Er erklärte jedoch, sein Unternehmen erhoffe sich von den Maßnahmen Einsparungen von rund 30 Millionen Dollar jährlich. Gleichzeitig kündigte Weller seinen Rücktritt an.

Parallel dazu verkündete Akamai-CEO George Conrades, dass sich sein Unternehmem nun primär auf die "EdgeSuite"-Services konzentrieren werde. Dabei handelt es sich um ein Dienstleistungspaket, das es Unternehmen und insbesondere Internet-Service-Providern (ISP) ermöglicht, Inhalte wie etwa Grafiken und Videos von der originalen Website auf Akamais Content-Delivery-Network (CDN) auszulagern. Anschließend entscheiden Routing-Mechanismen, welcher Akamai-Server am besten geeignet ist, die HTTP-Requests eines Web-Nutzers zu bedienen.

Conrades erklärte, das wachsende Interesse von Old-Economy-Unternehmen für EdgeSuite würde die Umsatzausfälle durch das Ausscheiden von Internet-Firmen etwas auffangen. So sei der Umsatzanteil aus diesem Bereich im abgelaufenen dritten Quartal auf 39 Prozent gewachsen. Außerdem konnte der IT-Dienstleister die Zahl der EdgeSuite-Kunden um 32 auf 243 Unternehmen steigern. Zu den Nutzern zählen unter anderem Adidas-Salomon, FedEx und AOL.

In den Monaten Juli, August und September erwirtschaftete Akamai 35,4 Millionen Dollar Umsatz nach 42,8 Millionen Dollar im vergleichbaren Vorjahreszeitraum. Gleichzeitig senkte das Unternehmen aus Cambridge, Massachusetts, den Nettoverlust von 55,4 Millionen auf 47,5 Millionen Dollar. (mb)