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AJAX ist mächtig im Kommen

26.01.2006
Web-Anwendungen wie Outlook Web Access oder Google Maps haben AJAX (Asynchronous JavaScript and XML) populär gemacht. Immer mehr Software-Tools unterstützen diese Technik.

Der Clou von AJAX ist die Möglichkeit, die auf Web-Seiten dargestellten Inhalte zu verändern, ohne die Seite neu laden zu müssen. Eigentlich gibt es die Technik schon seit Jahren, aber erst seit rund einem Jahr ist sie in aller (zumindest Web-Entwickler) Munde. Konkurrieren tut sie noch am ehesten mit dem von Macromedia entwickelten und inzwischen von Adobe Systems übernommenen "Flash", das aber eher auf aufwändige Grafiken und multimediale Inhalte abzielt.

Damit AJAX richtig abhebt, fehlen noch Werkzeuge, die die Entwicklung damit vereinfachen. Gegenwärtig stammen AJAX-Applikationen meist von sehr erfahrenen Developern und wurden mit großem Aufwand erstellt. "Es gibt im Moment noch eine sehr abwartende Haltung aufgrund des Entwicklungsaufwands", erläutert Berater Edmond Woychowsky, dessen Buch zu AJAX im Juni beim Fachverlag Prentice Hall erscheint, bei "Wall Street Journal online".

Derweil sind aber die Tool-Anbieter nicht untätig. "Wir wollen es möglich machen, solche Typen von Applikation praktisch ohne Coding zu erzeugen", sagt beispielsweise Peter Kürpick von der Darmstädter Software AG. Seine Firma hat bereits im vergangenen Oktober ihren "Composite Application Integrator" herausgebracht. Das pro Seat 600 Euro teure Tool arbeitet außerdem mit dem gemeinsam mit Fujitsu entwickelten "CentraSite" zusammen.

Sun Microsystems erweitert sein neues "Java Studio Creator 2" um AJAX-Unterstützung. Bereits die Testversion wurde nach Angaben von Dan Roberts, Director of Marketing für Entwicklungswerkzeuge, mehr als 20.000 Mal herunter geladen. Es gebe ein "riesiges" Interesse, das die Popularität von AJAX widerspiegele.

Auch der CRM-Hoster Salesforce.com hat für externe Entwickler, die Anwendungen für seinen Software-Marktplatz "AppExchange" schreiben wollen, ein kostenloses AJAX-Toolkit. Und Bea Systems hat AJAX-Support in sein Nutzer-Interaktionsprodukt "AquaLogic" eingebaut. "Wir machen eine Menge mit AJAX, und das tun wir, weil wir darauf reagieren, was im Markt passiert", erklärte Shane Pearson, Vice President of Product Marketing and Management. "Wir sind gewissermaßen am Wendepunkt." (tc)