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Airbus SAS will Handy-Nutzung an Bord ermöglichen

16.02.2005

MÜNCHEN (COMPUTERWOCHE) - Airbus SAS will Kunden seines neuen A380-Jumbojets die Option bieten, Sprach-/Datensysteme zu integrieren, um Passagieren die On-Bord-Nutzung ihrer Mobiltelefone sowie Internet-Zugang vom eigenen Laptop aus zu ermöglichen. Einen entsprechenden Vertrag hat der europäische Flugzeughersteller einem Bericht des "Wall Street Journal Online" zufolge mit On Air, einem neu gegründeten Joint-Venture zwischen Airbus und Sita Information Networking Computing, geschlossen.

Bis Passagiere tatsächlich während des Fluges telefonieren können, dürfte es allerdings noch eine Weile dauern: Zwar ist das in Genf ansässige On Air zuversichtlich, die Zustimmung der europäischen Regulierungsbehörden demnächst in Händen zu halten. Airbus, eine Tochter der European Aeronautic Defence & Space Co., wird jedoch mehr Zeit für die Flugzeugzertifizierung brauchen.

Auch mit der Zustimmung von Seiten der USA ist so bald noch nicht zu rechnen: So zeigt die Federal Communications Commission (FCC) Bedenken hinsichtlich potenzieller Interferenzen zwischen Mobiltelefonen im Flugzeug und Handys am Boden. Die Federal Aviation Administration (FAA) wiederum befürchtet, dass Handy-Gespräche an Bord Störungen in Navigation und Elektronik des Flugzeugs verursachen könnten. Während die FCC erst kürzlich in Erwägung gezogen hat, das Verbot der Handy-Nutzung an Bord eventuell aufzuheben, will die FAA zunächst die Ergebnisse einer von ihr in Auftrag gegebenen Studie abwarten, mit denen nicht vor 2006 zu rechnen ist.

Die Fluggesellschaften werden sich in das System einkaufen müssen. Interesse haben laut On-Air-CEO George Cooper bereits europäische und asiatische Fluglinien sowie einige US-amerikanische Gesellschaften signalisiert.

On Air hofft, die Preise wettbewerbsfähig halten zu können - geplant sind internationale Gespräche für zwei bis 2,5 Dollar pro Minute, während Versand und Empfang einer Text-Nachricht etwa 50 Cent kosten sollen. (kf)