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Für mehr Netzwerksicherheit

Aigner appelliert an Google und Facebook

Heinrich Vaske ist Chefredakteur der COMPUTERWOCHE und verantwortlich im Sinne des Presserechts (v.i.S.d.P.). Seine wichtigste Aufgabe ist die inhaltliche Ausrichtung der Computerwoche - im Web und in der Zeitschrift. Vaske verantwortet außerdem inhaltlich die Sonderpublikationen, Social-Web-Engagements und Mobile-Produkte der COMPUTERWOCHE und moderiert Veranstaltungen. Weitere Interessen: der SV Werder Bremen, Doppelkopf und Bücher - etwa die von P.G. Woodhouse.
Gemeinsam mit dem ITK-Bundesverband Bitkom hat die für Verbraucherschutz zuständige Bundesministerin Ilse Aigner eine Neuauflage der Jugendschutz-Initiative "Watch your Web" präsentiert.
watchyourweb.de
watchyourweb.de
Foto: IJAB

Aigner stellte watchyourweb.de vor, eine Webseite, auf der Interessierte umfassende Informationen zu Sicherheit und Datenschutz im Internet finden. Insbesondere Jugendliche finden dort Informationen von den typischen Verbraucherfallen im Web über Sicherheit in sozialen Netzwerken bis hin zu Cybermobbing und Urheberrecht. Aigner stellte klar, dass sich dort auch jede Menge Hinweise zu sicheren Einstellungen von Diensten wie Facebook fänden.

Die Ministerin sprach von drei Stellschrauben, die zu mehr Sicherheit im Web führten: eine klare Rechtslage, gute informierte Verbraucher - hier sollen Seiten wie watchyourweb.de und surfer-haben-rechte.de beitragen - und verantwortungsbewusste Betreiber von Websites, die Privatsphäre der Nutzer respektieren. Für die Rechtslage sei die Politik entscheidend mitverantwortlich. Derzeit ist eine Datenschutzverordnung der EU in Arbeit, deren Entwurf Ende Januar bereits zu heftigen Diskussionen innerhalb der Gemeinschaft führte. Ziel ist eine europaweite Vereinheitlichung des Datenschutzrechts.

surfer-haben-rechte.de
surfer-haben-rechte.de
Foto: Verbraucherzentrale Bundesverband e.V.

Anders als eine Richtlinie bedeutet eine Verordnung, dass fortan allein das EU-Recht maßgeblich ist. Umstritten sind der weltweite Geltungsanspruch des Entwurfs: Die Datenschutzverordnung soll für alle Unternehmen gelten, die den europäischen Markt adressieren. Auch das "Right to be forgotten" sorgt für Gesprächsbedarf. Es räumt Webnutzern das Recht ein, dass einmal publizierte Informationen auch wieder gelöscht werden können. Aigner wies jedoch auf ungeklärte Fragen hin: Was passiert, wenn die Daten von einem Dritten eingestellt wurden? Hat dieser unter Umständen urheberrechtliche Ansprüche?

Was die Pflichten der Hersteller angeht, nahm die Minsterin einmal mehr Google und Facebook ins Gebet. Die von Google vorgenommene Zusammenlegung von Nutzerdaten der verschiedenen Dienste wie Googlemail, Google+ oder Picasa sei alles andere als eine vertrauensbildende Maßnahme gewesen. Dabei habe das Unternehmen den Nutzern zugesagt, diese Daten getrennt vorzuhalten. Auch Facebook sage "nicht immer die ganze Wahrheit", was mit den Nutzerdaten geschehe.