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Agilent wittert Morgenluft trotz Verlust

20.02.2002

MÜNCHEN (COMPUTERWOCHE) - Der Hewlett-Packard-Ableger Agilent Technologies hat in seinem ersten Geschäftsquartal 2002 zwar einen hohen Nettoverlust und einen niedrigeren Umsatz ausgewiesen, sieht jedoch erste Anzeichen für einen baldigen Turnaround. So habe sich die Auftragslage gegenüber dem vorhergehenden Berichtszeitraum verbessert. Zudem seien die Stornierungen zurückgegangen. Im dritten Geschäftsquartal 2002 will der Anbieter von Mess- und Test-Equipment in die Gewinnzone zurückkehren.

Für das abgelaufene Quartal wies Agilent einen Nettoverlust von 315 Millionen Dollar oder 68 Cent je Aktie aus. Im vergleichbaren Vorjahreszeitraum hatte das kalifornische Unternehmen noch einen Profit von 100 Millionen Dollar oder 21 Cent pro Anteilschein erwirtschaftet. Ohne Sonderbelastungen für die laufende Restrukturierung des Konzerns und Goodwill-Abschreibungen kam Agilent auf einen Verlust von 134 Millionen Dollar oder 29 Cent je Aktie und schnitt damit besser ab, als von den Analysten erwartet wurde. Diese hatten mit einem Pro-Forma-Minus (ohne Goodwill-Abschreibungen) von 32 Cent pro Aktie gerechnet. Der Umsatz fiel im Jahresvergleich um 44 Prozent auf 1,43 Milliarden Dollar.

Das jüngste Ergebnis wurde vor allem durch Restrukturierungskosten von 105 Millionen Dollar belastet. Diese stehen in Zusammenhang mit den im August 2001 angekündigten 4000 Stellenkürzungen. Im November hatte Agilent dann die Entlassung von 4000 weiteren Mitarbeitern bekannt gegeben (Computerwoche online berichtete). Zusammengenommen bedeutet dies eine Reduzierung der Angestelltenzahl um 18 Prozent.

Die Aussicht auf eine baldige Besserung des Ergebnisses traf auf positive Resonanz bei den Anlegern: Das Agilent-Papier, das im regulären Handel am gestrigen Dienstag um 5,3 Prozent auf 26,05 Dollar gesunken war, legte nachbörslich (nach der Veröffentlichung der Zahlen) wieder um 3,3 Prozent auf 26,90 Dollar zu. (ka)