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Advance Bank: Dresdner Bank streicht alle 400 Stellen

13.10.2003

MÜNCHEN (COMPUTERWOCHE) - Die Dresdner Bank plant, bei der für November angesetzten Integration der Advance Bank alle 400 Stellen des defizitären Online-Brokers zu streichen. Presseberichten zufolge will die Allianz-Tochter bis Mitte 2004 die beiden verbliebenen Niederlassungen in München und Wilhelmshaven mit 300 beziehungsweise 100 Mitarbeitern schließen. Die Beratungszentren der Advance Bank waren zuvor schon in mehreren Städten aufgegeben worden.

Die Dresdner Bank rechnet damit, dass es im Zuge der Maßnahmen auch zu betriebsbedingten Kündigungen kommen wird. Zwar will sich das Unternehmen bemühen, möglichst viele Mitarbeiter bei der Dresdner Bank oder der Allianz unterzubringen. Zumindest bei der Dresdner Bank werde dies aber sehr schwierig, da die Bank selbst mitten in einem massiven Personalabbau stecke. Bei einem Durchschnittsalter von 34 Jahren sei zudem die Hoffnung gering, dass eine Reihe von Angestellten in den Vorruhestand wechseln, so ein Unternehmenssprecher gegenüber der "Süddeutschen Zeitung".

Allianz und Dresdner Bank hatten bereits im Februar angekündigt, den glücklosen Online-Broker in die Muttergesellschaft zu integrieren. Mit der Eingliederung sollen rund 500 Millionen Euro eingespart werden.

Unterdessen hat der größte deutsche Online-Broker Comdirect seine Gewinnprognose für 2003 angehoben: Wegen der Erholung am Aktienmarkt erwartet Firmenchef Achim Kassow, dass Comdirect den bisher geplanten Vorsteuerprofit von 20 Millionen Euro deutlich übertreffen wird. Gegenüber der "Frankfurter Allgemeinen Sonntagszeitung" sagte Kassow, die Kunden würden wieder mehr mit Aktien handeln. So habe sich die positive Entwicklung des bisherigen Jahres auch im dritten Quartal fortgesetzt. Selbst das übliche Sommerloch sei ausgeblieben.

Wegen Investitionen in den neuen Bereich private Finanz- und Vermögensberatung reduzierte Comdirect die Gewinnprognose für 2004 von 50 Millionen auf 45 Millionen Euro. Falls die Aktienmärkte nachhaltig anspringen, dürfte sein Unternehmen die Ziele aber deutlich übertreffen, so Kassow. (mb)