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ADS System stellt Insolvenzantrag

20.06.2002

MÜNCHEN (COMPUTERWOCHE) - Der Bad Homburger Netzwerkdienstleister ADS System AG hat am gestrigen Mittwoch wegen drohender Zahlungsunfähigkeit Antrag auf Insolvenz gestellt. Das Neue-Markt-Unternehmen geht eigenen Angaben zufolge jedoch davon aus, zusammen mit dem vorläufigen Insolvenzverwalter Georg Bensau den Betrieb fortführen zu können. Bis eine dauerhafte Lösung für den Fortbestand der Firma gefunden ist, werde man alle Kunden- und Lieferantenbeziehungen aufrechterhalten. Dies betreffe sowohl das Projektgeschäft als auch die Wartungsverträge, hieß es in der Adhoc-Mitteilung. ADS hatte bereits am Vortag vor einer drohenden Zahlungsunfähigkeit gewarnt, nachdem Verhandlungen mit den Gläubigerbanken über eine Erweiterung der bestehenden Kreditlinien erfolglos verlaufen waren. Der Netzwerkdienstleister wollte mit dem Geld seine Restrukturierung vorantreiben.

Die Bad Homburger hatten schon Ende Mai bei der Bekanntgabe der Ergebnisse für das erste Geschäftsquartal auf ihre angespannte Finanzsituation hingewiesen. Damals bezifferte ADS seine liquiden Mittel mit 1,7 Millionen Euro. In den Monaten Januar, Februar und März hatte das Unternehmen einen Umsatz von sechs Millionen Euro erwirtschaftet. Der ausgewiesene Nettoverlust belief sich auf 1,26 Millionen Euro, dabei schlugen die Restrukturierungskosten mit 980.000 Euro zu Buche. (mb)