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ADS bezichtigt IBM des Technikklaus

10.03.2003

MÜNCHEN (COMPUTERWOCHE) - Die in Palm Beach, Florida, ansässige Firma Applied Digital Solutions (ADS), bekannt geworden durch ihre Chip-Implantate für Tiere und Menschen (Computerwoche online berichtete), hat IBM wegen verschiedener Vertragsverstöße verklagt. Hintergrund ist folgender: ADS ist zu 75 Prozent an der Firma Digital Angel beteiligt, die eine Reihe von Patenten für Chip-Implantate kontrolliert. Diese Beteiligung hat ADS IBM Finance sozusagen als Pfand für einen Kredit hinterlegt. Am Donnerstag vergangener Woche wäre im Rahmen der Kreditlinie eine Zahlung von gut 46 Millionen Dollar fällig geworden, die ADS aber nicht leisten konnte.

Ginge es nach dem Wortlaut des Vertrages, erhielte nun IBM die Digital-Angel-Patente. ADS findet dies ungerecht, weil die Rechte aus seiner Sicht erheblich mehr wert sind als die Big Blue geschuldete Summe. Außerdem habe IBM eine Teilzahlung, Neuverhandlungen des Kredits sowie das Hinzuziehen eines weiteren Investors kategorisch abgelehnt. ADS verklagt die Armonker nun wegen einer Reihe von Vergehen, unter anderem basierend auf dem Florida Uniform Trade Secrets Protection Act, und fordert Schadenersatz und Ausfallzahlungen. IBM wollte die Angelegenheit wegen des laufenden Verfahrens nicht kommentieren. (tc)