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Adobe schlägt die Erwartungen

16.09.2005

MÜNCHEN (COMPUTERWOCHE) - Mit guten Zahlen hat das US-amerikanische Softwareunternehmen Adobe sein drittes Fiskalquartal abgeschlossen, das am 2. September endete. So stiegen der Umsatz um 21 Prozent und der Nettogewinn um 39 Prozent gegenüber dem Wert des Vorjahreszeitraums. Zudem sprachen die Ergebnisse gegen die Vermutung von Beobachtern, die schwebende Übernahme von Macromedia würde sich nachteilig auf die Entwicklung der Geschäfte von Adobe auswirken. Das Unternehmen hatte im April angekündigt, Macromedia für 3,4 Milliarden Dollar kaufen zu wollen. Vergangenen Monat haben die Aktionäre beider Firmen der Transaktion mit großer Mehrheit zugestimmt, nun wartet das Management auf die Einwilligung der Aufsichtsbehörden.

An den Finanzen sollte die Übernahme nicht scheitern, denn Adobe befindet sich seit geraumer Zeit im Aufwind. Auch im jüngsten Quartal - einem traditionell schwächeren Zeitraum - konnten die Erwartungen übertroffen werden. Das Unternehmen setzte 487 Millionen Dollar um, rund 21 Prozent mehr als die 404 Millionen Dollar im Vergleichszeitraum des Vorjahres. Die Einnahmen mit dem neuen Softwarepaket "Creative Suite" stiegen um 37 Prozent auf 206 Millionen Dollar, was eine Schwäche in den Bereichen Digital Imaging und Video-Tools mehr als ausgleichen konnte.

Auch unter dem Strich verbesserte sich Adobe: Der Nettogewinn wuchs um 39 Prozent auf 145 Millionen Dollar, der operative Profit stieg von 140 Millionen auf 184 Millionen Dollar. Der Gewinn von 29 Cent je Aktie lag zwei Cent höher als die Analystenschätzung. Gegenwind droht den Softwerkern aus dem Hause Microsoft. Der Konzern hatte vor kurzem angekündigt, seine Programmsammlung "Expression" im kommenden Jahr auf den Markt zu bringen. Das Paket richtet sich an (Web-)Designer und kann sich zum direkten Konkurrenzprodukt für Adobe und Macromedia entwickeln.

Für das laufende vierte Fiskalquartal rechnet Adobe mit Umsätzen zwischen 490 Millionen und 510 Millionen Dollar. Der Profit belaufe sich voraussichtlich auf 27 bis 29 Cent je Aktie. Damit lag die Prognose des Unternehmens auf gleicher Höhe wie die Erwartungen der Wallstreet. Nicht in den finanziellen Zielen enthalten sind die Ergebnisse und Erlöse von Marcomedia. (ajf)