Adobe lobt 100 Millionen Dollar für Entwickler aus

26.10.2006
Um seine Entwicklungswerkzeuge populärer zu machen, will Adobe Systems in den kommenden drei bis fünf Jahren 100 Millionen Dollar in Third-Party-Softwarefirmen investieren.

Das kündigten Manager des mit Macromedia fusionierten Herstellers auf der Entwicklerkonferenz MAX in Las Vegas an. Adobe will damit unter anderem sein neues „Apollo"-Konzept populär machen. Apollo wird eine Art Player für Rich Internet Applications (RIA). Diese können – anders als bei Flash – ohne Browser ablaufen und sich wie herkömmliche Desktop-Programme verhalten. Das heißt unter anderem, dass man sie auch offline betreiben und mit lokal gespeicherten Dateien arbeiten kann.

Die Version 1.0 von Apollo soll irgendwann im ersten Quartal kommenden Jahres erscheinen. Die Runtime-Software wird als Download 5 bis 9 Megabyte umfassen und muss lokal installiert werden. CEO Bruce Chizen sieht in Apollo die nächste Generation von Web-Anwendungen. „In vieler Hinsicht erinnert mich das daran, was Adobe in der Vergangenheit mit der Revolution des Desktop Publishing erreicht hat", erklärte der Firmenchef in seiner Keynote. „Das heutige Web ist wie die Welt des Druckens vor Postscript und dem Apple Laser Writer."

Entwickler können zur Erstellung von Apollo-Applikationen das Flash-Entwicklungs-Tool „Flex Builder" verwenden. In dem Player laufen aber auch Anwendungen, die in JavaScript und HTML abgefasst sind und mit interaktiven Benutzeroberflächen à la AJAX arbeiten. Eine Vorabversion des Flex Builder für den Mac – wahlweise standalone oder als Plug-in für Eclipse – wurde ebenfalls auf der MAX vorgestellt. Im Januar kommenden Jahres soll es auch ein Linux-Entwicklungs-Kit für Flex geben.

Kevin Lynch, Senior Vice President und Chief Software Architect von Adobe, kündigte bei einem Presse- und Analysten-Briefing an, Adobe selbst werde seine künftigen Produkte mit Apollo bauen.

Lynch zeigte außerdem den Internet-Fernseh-Player „Filo". Nutzer können damit RSS-Video-Feeds abonnieren und Filme entweder via Streaming anschauen oder herunterladen. Filo unterstützt auch die Wiedergabe im Vollbildmodus. Die Inhalteanbieter wiederum können die Optik der Benutzerschnittstelle verändern. (tc)