Apple schießt quer

Adobe kündigt die CS5 an

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Adobe kündigt heute die fünfte Version seiner Programmsammlung "Creative Suite 5" an. Apple schießt allerdings quer und verbietet Entwicklern, iPhone-Apps mit Flash zu erstellen.
Alles drin: Die Master Collection der Adobe Creative Suite 5 (CS5)
Alles drin: Die Master Collection der Adobe Creative Suite 5 (CS5)

Die CS5 enthält 15 verschiedene Adobe-Anwendungen zum Erstellen und Bearbeiten von (multi)medialen Inhalten, darunter die auch nach 20 Jahren noch konkurrenzlose Bildbearbeitung "Photoshop", das Layout-Programm "InDesign" oder das mit der Übernahme von Macromedia zugekaufte "Flash" für Web-Anwendungen. Adobe aktualisiert seine Programme seit einige Zeit zentral, einzig das PDF-Programm "Acrobat" für elektronische Dokumente folgt noch einem separaten Release-Zyklus.

Eines der "Killer-Features" der neuen CS5 sollte eigentlich die Möglichkeit werden, mit Flash auch Progrämmchen für das populäre Apple-Smartphone "iPhone" zu exportieren ("Flash Catalyst CS5"). Allerdings hat Apple im Zuge der Ankündigung des neuen iPhone-Betriebssystems "iPhone OS 4.0" die Nutzungsbedingungen für Entwickler so erweitert, dass die Verwendung von Cross-Compilern untersagt und Developer auf Apples hauseigene Entwicklungswerkzeuge festgelegt werden. Das nimmt Adobe einigen Wind aus den Segeln.

Nachdem Apple und Adobe über lange Jahre enge Partner waren und sich gegenseitig kaum in die Quere kamen, geht Apple schon seit geraumer Zeit verstärkt auf Konfrontationskurs gegen den Photoshop-Hersteller. Insbesondere Flash ist Apple-Gründer Steve Jobs offenbar ein Dorn im Auge. Adobe hat sich den Zorn des Apple-CEOs aber auch zu einem Gutteil selbst zuzuschreiben, nachdem es seit Jahren primär auf Windows entwickelt, die Weiterentwicklung von Mac OS X nur zögerlich mitmachte und einige Programme gar nicht für den Mac anbietet. Speziell der Flash Player ist in seiner Mac-Ausprägung ein arger Ressourcenfresser und deutlich absturzfreudiger als das Windows-Pendant.

Adobe will den Export von Flash-Anwendungen auf das iPhone auf jeden Fall weiter anbieten. Zum jetzigen Zeitpunkt ist noch schwer einzuschätzen, wie weit der Konflikt mit Apple noch eskalieren könnte. Klar ist jedenfalls, dass in der Adobe-Zielgruppe der Kreativen Apple-Rechner im Vergleich zum Gesamtmarkt deutlich überrepräsentiert sind und der Clinch zwischen den beiden Herstellern aus dem Silicon Valley schwerlich ohne Folgen bleiben wird.