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Adobe kündigt Acrobat-6-Familie an

07.04.2003

MÜNCHEN (COMPUTERWOCHE) - Adobe Systems kündigt heute die Version 6 seiner "Acrobat"-Software für plattformübergreifende elektronische Dokumente an. Das neue Release bringt eine stärker ausdifferenzierte Produktfamilie für unterschiedliche Benutzeranforderungen.

PDF-Dateien (Portable Document Format) lassen sich demnächst mit drei verschiedenen Acrobat-Varianten erzeugen. Die einfachste heißt "Acrobat Elements" und richtet sich an Unternehmen, die ihren Dokumenten-Workflow verstärkt auf PDF umstellen wollen. Die Software ermöglicht die Konvertierung von Dokumenten aus Microsoft Office unter Windows - ähnlich wie bislang der Druckertreiber "PDF Writer" - per Mausklick. Sie ist ab sofort nur unter Volumenlizenz ab 1000 Arbeitsplätzen zu haben und kostet 29 Dollar pro Nutzer.

Am ehesten der bisherigen Acrobat-Vollversion entspricht die "Standard"-Variante von Acrobat 6. Sie ermöglicht das Erzeugen von PDF-Dateien aus Office XP und Internet Explorer sowie die Umwandlung eingescannter Papierdokumente. Bei der Weiterentwicklung wurden vor allem die Gruppen- und Kommentarfunktionen inklusive der Handhabung digitaler Unterschriften verbessert.

Grafik- und Designprofis schließlich adressiert die "Professional"-Edition, die PDFs direkt aus Anwendungen wie "Autocad" und "Visio" erstellt und dabei die Dokumentebenen erhält. Ebenfalls unterstützt werden übergroße und spezielle Papierformate, wie sie bei Architekten und CAD-Ingenieuren üblich sind. Gegenüber der Standardversion bietet die Software ferner erweiterte Editierfunktionen inklusive der Erstellung von Formularen. Dazu kommen neue Details der Benutzeroberfläche, etwa eine geteilte Dokumentansicht oder eine Lupe für Ausschnitte. Anwender aus der Druckvorstufe dürften sich über PDF/X-Support, Composite-Proof-Ausdrucke, Composite-EPS-Speicherung oder Host-basierte/In-RIP-Separation freuen.

Die Standard- und Professional-Ausführungen für Windows und Mac OS X erscheinen in englischer Sprache Mitte Mai zeitgleich mit einer neuen Version des wie gehabt kostenlosen PDF-Anzeigeprogramms Acrobat Reader, das seinen Namen in "Adobe Reader" ändert. Acrobat 6 Standard kostet 299, die Professional-Version 449 Dollar. Updates von Version 5 sind für 99/149 Dollar zu haben.

Acrobat und PDF basieren auf der schon früher gleichfalls von Adobe entwickelten Seitenbeschreibungssprache Postscript. Dank eingebetteter Grafiken und Schriften erscheinen Dokumente plattformunabhängig im ursprünglichen Layout. Inzwischen hat der Hersteller die Software um Zusatzfunktionen wie DRM (Digital Rights Management) und Formularunterstützung erweitert. (tc)

PDF 1.5

Mit Acrobat 6 führt Adobe die Version 1.5 des Portable Document Format ein. Deren wesentliche Neuerungen sind kleinere Dateien durch Object Stream Compression, optionale Inhaltegruppen (Layer), Einbettung multimedialer Inhalte (u.a. Flash, Quicktime, MP3, WMF) sowie Version 2.0 der "Tagged-PDF"-Spezifikation, die die Ausgabe auf mobilen und behindertengerechten Endgeräten vereinfacht.