Acrobat 9

Adobe erneuert seine PDF-Software

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Adobe Systems kündigt heute die neue Version 9 seiner PDF-Software (Portable Document Format) Acrobat an. Diese soll unter anderem zwei- bis dreimal schneller arbeiten als die bisherige.

Adobe hat Acrobat 9 in mehrfacher Hinsicht weiterentwickelt. Ein zentraler Aspekt ist die deutlich engere Verzahnung der Software mit der hauseigenen Multimedia-Lösung "Flash", die Adobe mit Macromedia übernommen hatte. Acrobat-Anwender können jetzt Flash-kompatible Video- und Anwendungsdateien direkt in PDF-Dateien einbauen (zum Anschauen braucht der Zielanwender dann den korrespondierenden "Adobe Reader 9").

Ein PDF Portfolio fasst verschiedene Medientypen zusammen.
Ein PDF Portfolio fasst verschiedene Medientypen zusammen.

Überhaupt werden PDFs mit Acrobat 9 deutlich flexibler und multimedialer. Über die sogenannten PDF Portfolios lassen sich unterschiedliche Medientypen von Dokumenten über Audio und Video bis hin zu 3D-Objekten in ein komprimiertes PDF packen. Der Nutzer kann die Integration der Portfolio-Inhalte über mitgelieferte oder eigene Layouts vornehmen, die Navigation festlegen und abschließend Feinschliff und Branding vornehmen.

Über den zunächst noch im Beta-Stadium befindlichen flankierenden Online-Dienst Acrobat.com ermöglicht Acrobat 9 außerdem die gemeinsame Bearbeitung von PDF-Dateien in Echtzeit. Für die Nutzer außer dem Autor des Dokuments selbst reicht dazu ebenfalls der Adobe Reader 9 als Client-Software. Acrobat.com bietet darüber hinaus noch viele andere Möglichkeiten, etwa zum Online-Speichern und Sharing von Dateien sowie Sammeln von Daten aus PDF-Formularen oder Kommentaren. Adobe hat dort außerdem Zusatzdienste wie "ConnectNow" (persönliches Web-Conferencing) oder die Web-basierende Textverarbeitung "Buzzword" hineingepackt.

Videos integriert Acrobat 9 standardmäßig im Flash-Format.
Videos integriert Acrobat 9 standardmäßig im Flash-Format.

Die Produktfamilie Acrobat 9 besteht aus den Varianten "Standard", "Pro" und (neu!) "Pro Extended". Letztere enthält die neue Software "Adobe Presenter", mit der sich Präsentationen aus Microsofts Office-Präsentationsprogramm "PowerPoint" in multimediale PDF-Dateien umwandeln lassen.

Die genannten Windows-Versionen von Acrobat 9 erscheinen im Juli 2009 in deutscher, englischer, französischer und japanischer Sprache. Für Macintosh-Nutzer kommt ausschließlich das Pro-Paket auf den Markt. Vorbestellungen nimmt Adobe ab sofort entgegen. Acrobat 9 Pro wird außerdem fester Bestandteil der "Creative Suite 3" (CS3) Version 3.3.

Die Vollversionen von Acrobat 9 Standard, Pro und Pro Extended kosten 349 Euro, 559 Euro sowie 819 Euro, jeweils exklusive Mehrwertsteuer. Angesichts der US-Preise von 299 Dollar, 449 Dollar sowie 699 Dollar und des aktuellen Wechselkurses von 1,555 Dollar für einen Euro können sich Anwender hierzulande - bei allem verständliche Aufwand des Herstellers für die Lokalisierung - nur verschaukelt vorkommen. Upgrades von qualifizierten Vorversionen gibt es ab 115, 189 und 269 Euro, wiederum zuzüglich Mehrwertsteuer.