Dropbox und digitale Signaturen

Adobe baut seine Document Cloud aus

Thomas Cloer war viele Jahre lang verantwortlich für die Nachrichten auf computerwoche.de.
Er sorgt außerdem ziemlich rund um die Uhr bei Twitter dafür, dass niemand Weltbewegendes verpasst, treibt sich auch sonst im Social Web herum (auch wieder bei Facebook) und bloggt auf teezeh.de. Apple-affin, bei Smartphones polymorph-pervers.
Die Document Cloud ist Adobes jüngste und kleinste. Das Abonnement aus Acrobat, eSign-Diensten und Services lernt jetzt einiges dazu.

Aus Endanwendersicht dürfte die Integration mit dem Cloud-Speicher von Dropbox die interessanteste Neuerung sein. Durch die Kooperation können Anwender direkt aus "Adobe Acrobat DC" und "Adobe Acrobat Reader" auf in Dropbox gespeicherten PDF-Dateien zugreifen und sie bearbeiten. Dropbox-Nutzer wiederum können im Browser und über die Dropbox-Apps für iOS und Android PDF-Dokumente in den Adobe-Apps öffnen, bearbeiten und Änderungen speichern.

Einbinden eines Dropbox-Kontos im Acrobat Reader auf dem iPhone
Einbinden eines Dropbox-Kontos im Acrobat Reader auf dem iPhone
Foto: Adobe

Nutzer können ab sofort in Acrobat DC oder Acrobat Reader für Desktop ihr Dropbox-Konto hinzufügen. Die Integration von Acrobat Reader und Dropbox für iOS folgt in Kürze. Die Verzahnung beider Dienste in Android-Apps und in der Web-Ansicht ist für 2016 geplant. Weitere Informationen finden Interessierte unter www.adobe.com/go/dropbox. Auf seiner Kreativkonferenz MAX in der vergangenen Woche ließ Adobe gegenüber der COMPUTERWOCHE bereits durchblicken, dass Dropbox nur der Anfang sein und die Document Cloud bald noch weitere Cloud-Speicherdienste unterstützen könnte.

eSign-Workflows lassen sich bald einfach per Drag and Drop bearbeiten.
eSign-Workflows lassen sich bald einfach per Drag and Drop bearbeiten.
Foto: Adobe

Unternehmen dürfte eher interessieren, dass Adobes "eSign"-Dienste - diese gehen auf den Zukauf von Echosign zurück - endlich auch für eine Nutzung hierzulande interessanter werden. Unter anderem, weil künftig endlich auch digitale Signaturen mit Zertifikaten unterstützt werden. Damit entspricht dann die Unterschrift mit Adobe eSign dem deutschen Signaturgesetz (SigG) und der Signaturverordnung (SigV) mit fortgeschrittener oder qualifizierter Signatur. Signatur-Workflows können Admins künftig in einem grafischen Manager per Drag-and-Drop zusammenstellen.

Die mobile App "eSign Manager DC" lässt sich künftig über gängige EMM-Lösungen von Google, Good und Microsoft verwalten und lernt das Erfassen und Cloud-Syncen der handschriftlichen Unterschrift zur Wiederverwendung mit elektronischen Dokumenten. Außerdem werden die eSign-Dienste enger in Salesforce und neu auch in Ariba und Workday integriert. Die eSign-Updates sollen von November 2015 bis Anfang 2016 schrittweise erfolgen. Last, but not least eröffnet Adobe für eSign und Document Cloud zwei weitere Rechenzentren in der EU, eines davon in Frankfurt am Main. Seine Data-Center-Kapazitäten in Dublin will Adobe ausbauen. Die neuen RZs sollen ihren Dienst ab Ende 2015 schrittweise aufnehmen.