Hamburger IT-Strategietage 2012

Adidas-CIO: IT macht 15 Businessvorschläge jährlich

02.03.2012 | von Rolf Röwekamp

In die Endkundenperspektive wechseln

Brecht nannte einige weitere Beispiele dafür, was er darunter versteht, in die Endkundenperspektive zu wechseln.

1. Die Virtual Footwear Wall
Läden haben meist nicht genug Fläche, um alle Schuhmodelle und Größen ausstellen zu können. An Touch Screens können Kunden nun erleben, wie der Schuh aussieht. Gefällt der Schuh, lässt er sich sofort per E-Commerce bestellen, falls er im Laden nicht vorrätig ist. So können Händler mehr verkaufen, als sie im Laden unterbringen können.

2. 2015 Interactivity Vision: Full Service „Team“ Portal.
Auf dem System können beispielsweise Vereine und Trainer die Trainingsstände der Sportler verfolgen.

3. Next Generation Configurator
Damit können sich Kunden ihren Schuh selbst gestalten und beispielsweise die Farbe der Adidas-Streifen festlegen.

4. miCoach SpeedCell
Der erste Schuh mit Gehirn. Unter dem Schuh sitzt ein Chip, der alle Bewegungsdaten sammelt und übermittelt. Damit kann man sich auch mit anderen Sportlern vergleichen, etwa Supersportler Messi: Running faster as Messi.

Adidas-CIO Jan Brecht
Adidas-CIO Jan Brecht
Foto: Joachim Wendler

Allerdings gibt es Probleme: Wem gehören die Daten von Herrn Messi? Wer darf damit arbeiten? Und wie schützt man Daten wie Herz- und Blutwerte von Endkunden? Die Ziele für die Adidas-IT sind sportlich: Laut der E-Commerce-Roadmap soll der Umsatz in den kommenden drei Jahren um 1000 Prozent wachsen und 24 neue Länder abdecken.Doch Brecht ist zuversichtlich, das zu schaffen. Ein Riesenpotenzial liege zum Beispiel darin, zu lesen, was im Bereich Social Media passiert. Dafür sollte die IT allerdings viel mehr mit dem Marketing zusammenarbeiten, riet Brecht. Das Marketing sei einfach besser am Thema.

IT muss sich verändern

Dazu wird sich die IT noch weiter ändern müssen. Sie lebte bisher in der Welt von Stabilität, so sei sie erzogen worden. Jetzt soll sie mehr Innovationen liefern. Dazu brauche man ein ganz anderes Mindset, sagte Brecht. IT hat dem Vorstand nun versprochen, jährlich 15 Businessvorschläge zu machen. Dafür braucht man allerdings 250 Ideen, wie die IT erschreckend festgestellt habe. Aber es hilft alles nichts, der Kunde soll der Mittelpunkt allen Denkens in der IT werden.

Dieser Artikel basiert auf einem Beitrag der CW-Schwesterpublikation CIO. (mhr)

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