Werbeblocker

Adblock Plus bringt eigenen Browser für Android

20.05.2015
Die Macher des Werbeblockers Adblock Plus drängen mit einem eigenen Browser für Android jetzt auch auf Smartphones und Tablets.

Der umstrittene Online-Werbeblocker Adblock Plus bietet künftig eigenen Webbrowser für das Mobil-Betriebssystem Android an. Der Browser soll beim Aufruf von Webseiten automatisch "störende" Werbung blockieren, kündigte das Unternehmen am Mittwoch in Köln an. Anzeigen, die als "nicht störend" eingestuft wurde, werde standardmäßig nicht blockiert. In den Einstellung könnten die User aber auch festlegen, dass Werbung generell nicht mehr angezeigt wird.

Adblock Plus verwies auf eine Studie, wonach 40 Prozent aller mobilen Bannerklicks aus Versehen ausgelöst wurden. Dieses "Wurstfinger-Syndrom" gehöre nun der Vergangenheit an. Mit der Blockade störender Werbung sinke der Datenverbrauch und verlängere sich die Batterielaufzeit.

Till Faida, Mitgründer und CEO von Eyeo (Adblock Plus)
Till Faida, Mitgründer und CEO von Eyeo (Adblock Plus)
Foto: Eyeo

"Die Nutzung des mobilen Internets ist in den letzten Jahren massiv gestiegen, aber leider parallel dazu auch die Penetranz von mobiler Werbung", erklärte Till Faida, Mitgründer von Adblock Plus. Der Adblock-Browser für Android gebe den Nutzern wieder die Kontrolle zurück.

Zuvor hatte Adblock Plus bereits angekündigt, für Desktop-PCs einen eigenen Browser zu veröffentlichen. Als Erweiterung für die populären Browser Firefox und Chrome wird Adblock Plus bereits von vielen Millionen Nutzern eingesetzt. Die Software wurde nach Angaben des Unternehmens mehr als 300 Millionen Mal heruntergeladen.

Der Blocker ist umstritten, weil ein Abstimmungs-System in der "Adblock-Plus-Community" zur geblockten "störenden" Werbung den Kritikern als nicht transparent erscheint. Außerdem stören sich Werbeunternehmen daran, dass sie für die Aufnahme in eine Freischaltungsliste von Adblock Plus zu Kasse gebeten würden und sich quasi freikaufen müssten. Eine Klage von "Zeit Online" und "Handelsblatt.com" gegen eine "Wegelagerei" fand allerdings vor drei Wochen vor dem Landgericht Hamburg kein Gehör. (dpa/tc)