Besser als Google

Acht spezielle Suchdienste im Test

22.04.2012 | von 
Diego Wyllie
Diego Wyllie hat Wirtschaftsinformatik an der TU München studiert und verbringt als Softwareentwickler und Fachautor viel Zeit mit Schreiben – entweder Programmcode für Web- und Mobile-Anwendungen oder Fachartikel rund um Softwarethemen.
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Für allgemeine Recherchen ist Google praktisch unersetzbar. Doch in bestimmten Fällen können spezielle Suchdienste schneller zu besseren Ergebnissen führen als der Suchmaschinenriese.

Heutzutage gibt es zwar hunderte von Suchmaschinen, aber keine dieser kleineren Alternativen, auch wenn einige davon sehr vielversprechend sind, können dem Suchdienst von Google das Wasser reichen. In den USA kommt der Suchprimus nach aktuellen Daten des Marktforschungsunternehmens ComScore auf rund 65 Prozent Marktanteil. In Deutschland beläuft sich der Wert sogar auf über 80 Prozent. Diese monopolartige Stellung von Google macht das Leben der Konkurrenten extrem schwer. Mehr oder weniger populäre Google-Alternativen wie DuckDuckGo, das von einem Einmannunternehmen angeboten wird; Ixquick, das Anonymität im Web verspricht; oder Metasucher wie Metacrawler bekämpfen sich eigentlich gegenseitig, ohne die führende Marktstellung von Google zu gefährden.

Vor diesem Hintergrund wird Google für allgemeine Recherchen voraussichtlich auch noch in ein paar Jahren die erste Adresse sein. Spezielle Suchdienste können in konkreten Fällen aber bereits heute bessere Ergebnisse liefern als Google. Auf welche Tools man, je nachdem was man sucht, am besten zurückgreifen sollte, erfahren Sie auf den folgenden Seiten.

Wolfram Alpha: Wissensmaschine mit wenigen Daten, aber viel Potenzial

Wolfram Alpha
Wolfram Alpha
Foto: Diego Wyllie

Eine der wichtigsten alternativen Suchmaschinen ist "Wolfram Alpha”. Das Programm wurde von Stephen Wolfram, Erfinder der populären Wissenschaftssoftware "Mathematica”, entwickelt, und will eine Funktionslücke von Google und Co. bei der Beantwortung von Fragen füllen. So soll das Hauptziel von Mathematica nicht das Auffinden von möglichst vielen Internet-Inhalten sein, sondern die Verarbeitung der zu einem bestimmten Thema verfügbaren Daten zu aussagekräftigen Ergebnissen. Damit ist Wolfram Alpha eine semantische Suchmaschine. Anstatt unzählige Suchergebnisse soll Wolfram Alpha stets eine direkte, konkrete Antwort liefern. So wird zum Beispiel bei der Frage "Wie viele Menschen wohnen in den USA?” die gesuchte Einwohnerzahl samt Graphiken und weiterführenden Details zurückgegeben. Man muss aber leider sagen, dass die Datenbasis bis dato recht klein zu sein scheint, denn viele getestete Suchen führen ins Leere. Ein weiterer Nachteil ist, dass das Programm nur Englisch versteht.

Seit neuestem bietet Wolfram Alpha neben dem Gratis-Angebot eine kostenpflichtige Pro-Version, die vor allem für Wissenschaftler interessant sein dürften. Für knapp fünf Dollar im Monat erhalten Anwender Zugriff auf weiterführende Features, wie etwa die Möglichkeit, Dateien zur Analyse hochladen zu können. Ebenfalls erhältlich ist eine mobile Version für iPhone und iPad, die 2,39 Euro kostet. Wolfram Alpha steckt auch übrigens oft hinter den Antworten von Siri, der "digitalen Assistentin” des iPhone 4S.

Fazit

Wer auf der Suche nach wissenschaftlichen Fakten ist - und etwas Glück hat! -, kann bei Wolfram Alpha fündig werden. Die Datenbasis scheint aber noch ziemlich klein zu sein. Man kann nur hoffen, dass diese erweitert wird, denn das Tool hat ein enormes Potenzial.

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