Geschäftsjahr soll im Plus enden

ACG strauchelt mit der Chipbranche

30.08.2002
MÜNCHEN (CW) - Der Umsatz der Wiesbadener ACG AG ist im ersten Halbjahr um rund ein Fünftel gegenüber dem Vorjahr gesunken. Der Chiphändler leidet wie die gesamte Halbleiterindustrie unter den anhaltenden Überangebot am Markt.

Bangemachen gilt nicht. Für ACG soll mit dem nun abgeschlossenen Halbjahr die Talsohle der Krise durchschritten sein. Der Vorsteuerverlust schrumpfte von 43 Millionen Euro im vergangenen Jahr auf heuer 314000 Euro. Zwar sind die Einnahmen von rund 186 Millionen Euro im Vorjahreszeitraum auf nun zirka 143 Millionen geschmolzen, doch ACG hält gleich drei Gründe für diesen Rückgang parat. Erstens sei das erste Halbjahr 2001 sehr stark gewesen. Zweitens müssten saisonale Effekte berücksichtigt werden, das zweite Quartal verlaufe traditionell schwach. Und drittens erlebe die Halbleiterbranche eine ihrer schwersten Krisen überhaupt.

Doch das gehört derVergangenheit an. Die Situation entspannt sich langsam, heißt es aus dem Unternehmen, die Auftragslage stabilisiert sich. Dass jedoch noch in diesem Jahr ein deutlicher Aufschwung kommt, mag niemand vorherzusagen. Dennoch hält ACG an seiner Prognose fest, das laufende Geschäftsjahr immerhin mit einem operativen Gewinn zu beenden. Das Unternehmen habe seine im ersten Halbjahr eingeleitete Restrukturierung weitgehend abgeschlossen. "Alles, was nicht notwendig ist, ging über Bord", sagte ACG-Chef Cornelius Boersch Anfang August gegenüber dem "Frankfurter Finance Newsletter". Im zweiten Halbjahr will ACG noch die Zahl seiner Standorte von derzeit 36 auf 31 verringern. Gleichzeitig verstärkt das Unternehmen seine Vertriebsmannschaft, um sowohl im Chiphandel als auch im Verkauf von Smartcards - dem zweiten Standbein der Firma - für ein Wachstum gerüstet zu sein. (rs)