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Acer sieht große Potenziale in der Unterhaltungselektronik

10.03.2005

HANNOVER (COMPUTERWOCHE) - Oliver Ahrens, Geschäftsführer der Acer Computer GmbH, hat anlässlich einer Pressekonferenz auf der CeBIT die Ausrichtung seines Unternehmens erörtert. Demnach wird der Anbieter von PCs, Servern und Notebooks künftig auch stark auf die Unterhaltungssparte setzen.

Ahrens sagte gegenüber der COMPUTERWOCHE, Unterhaltungselektronik und die "klassische IT" sowie die Konvergenz beider Techniken seien für Acer ein Topthema. Er geht davon aus, dass sein Unternehmen in Deutschland innerhalb von zwei Jahren zehn bis 15 Prozent des gesamten Firmenumsatzes mit Kameras, LCD-Flachbild-TVs etc., ergo mit Unterhaltungselektronik erwirtschaften wird.

Im Januar 2005 hatte das Unternehmen sein erstes Multifunktional-LCD-Gerät vorgestellt, das man sowohl als Computermonitor als auch als Fernsehgerät verwenden kann. Laut der Aussagen Ahrends' sei dieses 26-Zoll-Display vom Markt und den Händler sehr gut angenommen worden. Deshalb auch schiebt das Unternehmen jetzt ein weiteres System aus dieser Kategorie nach, das allerdings eine Diagonale von 32 Zoll aufweist. Ab April soll es für einen Straßenpreis von knapp 1400 Euro zu haben sein.

Daneben präsentierte Acer in Hannover einen Home-Cinema-Projektor sowie drei Digitalkameras, die in unterschiedlichen Preis- und Qualitätsklassen von 200 bis 280 Euro rangieren. Die Technologie der Kameras stammt von Sharp beziehungsweise von Sony.

Der Acer-Geschäftsführer betonte, dass sein Unternehmen europa- und weltweit ein erfolgreiches Jahr hinter sich gebracht habe. Bei Notebooks sei man in Deutschland mit einem Marktanteil von 17,4 Prozent Marktführer. Gleiches gelte für die Regionen Westeuropa und den größeren Raum Europa, Mittlerer Osten und Afrika (Emea). In Emea ist Acer zudem bei Desktops der drittstärkste Anbieter.

Für das laufende Geschäftsjahr 2005 (Ende: 31. Dezember 2005) erwartet das Unternehmen ein Wachstum von fünf Prozent. Für Deutschland geht Acer von besonders hohen Zuwächsen aus. Die Steigerungsraten in der Notebook-Sparte sollen zehn Prozent über dem Wachstum des Gesamtmarkts liegen. Zudem wolle man sich als Anbieter von Digital-Home-Ausrüstungen am Markt etablieren.

Um den Unterhaltungsmarkt bedienen zu können, habe man hierzulande den Vertriebskanal erheblich ausgeweitet. "Wir haben das sehr erfolgreich geschafft. Die Kunst besteht bei solch einer Veränderung nämlich darin, diesen neuen Vermarktungskanälen gegenüber nicht als arroganter PC-Trampel aufzutreten", sagte Ahrens.

Acer beschäftigt in Deutschland rund 270 Mitarbeiter. Hierzu zählen auch Angestellte für Wartungsaufgaben und im Call-Center. Gefragt, ob Acer nicht, wie einige Konkurrenten auch, diese Dienstleistung in den osteuropäischen Raum verlagern wolle, um Personalkosten zu sparen, winkte der Deutschlandmanager ab. Die Unterstützung für PCs "ist zu komplex, als dass man sie ins Ausland vergeben sollte, wo Menschen unter Umständen der deutschen Sprache nicht so mächtig sind."(jm)