Acer braucht mehr als drei Jahre zur Verdauung von Gateway

21.12.2007
Acers Vorstandsvorsitzender und Chairman J.T. Wang rechnet damit, dass sein Unternehmen die Akquisition von Gateway bis März 2008 vollzogen haben wird. Der Breakeven für den Kauf werde in dreieinhalb Jahren erreicht sein.

Acer Inc. hatte im Oktober 2007 den US-amerikanischen PC-Hersteller für rund 710 Millionen Dollar gekauft. Wang sagte einem Bericht des "Wall Street Journal" zufolge, viele Leute hätten den Kaufpreis für zu hoch erachtet. Entscheidend sei aber, dass Acer die Kaufsumme wieder erwirtschaften könne. Das Management von Acer sei absolut überzeugt, dass die Akquisition genau richtig war.

Acer hofft, mit der Übernahme von Gateway seinen PC-Marktanteil weltweit auf zwölf Prozent erhöhen zu können. Damit wären die Taiwaner hinter Hewlett-Packard (HP) und Dell drittgrößter PC-Anbieter. Acer liefert sich seit rund zwei Jahren mit dem chinesischen Unternehmen Lenovo ein Kopf-an-Kopf-Rennen um Platz drei der weltweit größten PC-Lieferanten. Seit Lenovo IBMs PC-Sparte übernommen hat, drängt das Unternehmen nicht nur in seinem Heimmarkt China, sondern auch international an die Spitze.

Prestigekampf Acer contra Lenovo

Acer-Chairman Wang geht davon aus, dass sein Unternehmen die Akquisition von Gateway in dreieinhalb Jahren verdaut hat.
Acer-Chairman Wang geht davon aus, dass sein Unternehmen die Akquisition von Gateway in dreieinhalb Jahren verdaut hat.

Allerdings hat Acer Lenovo mit Erfolg einen prestigeträchtigen Auftritt abgejagt: Lenovo hatte die Olympischen Winterspiele in Turin 2006 als Hauptsponsor von IT-Gerätschaft betreut und tut dies auch bei den Sommerspielen in China kommendes Jahr. Das Lenovo-Management hatte zudem keinen Zweifel daran gelassen, dass es auch die Winterspiele 2010 in Vancouver und die Sommerolympiade 2012 in London als Hauptsponsor betreuen will. Hier hat das IOC aber nun Acer den Zuschlag erteilt.

Außerdem hatte Acer im Rennen um Packard-Bell die besseren Karten. Sowohl Lenovo als auch Acer hatten bekundet, Packard-Bell kaufen zu wollen. Acer war aber durch die Akquisition von Gateway, das wiederum ein Vorkaufsrecht an Packard Bell hatte, in der Poleposition.

Gateway hat dieses Vorkaufsrecht auch ausgeübt. Acer wird den Kauf finanzieren. Die notwendigen Mittel hierfür sind nach Zeitungsberichten bereits in ein Treuhandkonto eingezahlt worden. Die Rede ist von 100 Millionen Dollar, die die PB-Akquisition kosten soll.

Kryptische Aussagen

Etwas kryptisch war die Aussage Wangs, die Akquisitionsaktivitäten würden schneller fortschreiten, wenn Gateways bisheriger Vorstandsvorsitzender Ed Coleman zurückgetreten sei. Coleman wird im Januar 2008 von seinem Amt zurücktreten. An seine Stelle folgt Rudi Schmidleithner, der bislang Chef von Acer America ist. Weitere Veränderungen im Management von Acer sind bislang nicht entschieden, sagte Wang weiter. (jm)