Netbook

Acer Aspire One 522 im Test

Thomas Rau ist Ressortleiter Hardware bei der PC-WELT. Sein Spezialgebiet sind Notebooks: Seit 1998 testet er Business- und Consumer-Laptops sowie andere mobile Geräte für unsere Schwesterpublikation. Zu seinen Themenbereichen gehören außerdem WLAN und Netzwerke.
Bisher waren AMD-Netbooks chancenlos gegen die Intel-Konkurrenz mit Atom. Acer will das mit dem Aspire One 522 ändern. Ob’s klappt, zeigt der Test.

Das Acer Aspire One 522 ist der Nachfolger des Aspire One 521: Dieses Netbook überzeugte im Test mit verhältnismäßig gutem Rechen- und Multimedia-Tempo überzeugt, enttäuschte aber bei der Akkulaufzeit. Im Acer Aspire One 522 sitzt nun mit dem AMD-Prozessor C-50 (Codename „Ontario“) das erste CPU-Modell aus der Fusion-Familie: Er bringt einen Doppelkern-Prozessor und eine DX11-fähige Grafikeinheit mit – und soll genauso sparsam arbeiten wie der Intel Atom.

Lange Akkulaufzeit beim Surfen

Beim Ausdauer-Test traf das zumindest bei der Video-Wiedergabe zu: Das Acer Aspire One 522 lag mit einer Laufzeit von rund 5,5 Stunden auf dem Niveau von Atom-Netbooks. Beim WLAN-Test schnitt es dagegen mit nicht einmal sieben Stunden rund 1,5 bis zwei Stunden schwächer ab als Atom-Netbooks mit dem gleichen 6-Zellen-Akku. Offenbar ist der Stromverbrauch des C-50 bei geringer Last höher als beim Atom.

Fit für HD und Flash

Bei der Rechenleistung war das Acer Aspire One 522 über alle Tests gesehen genauso schnell – oder besser: langsam – wie Netbooks mit Atom-Prozessor. Wenn bei einer Aufgabe vor allem die CPU gefordert war, lag das Acer Aspire One 522 zurück: Das galt zum Beispiel beim Umwandeln von Musik in unterschiedliche Dateiformate oder beim Arbeiten mit mehreren Programmen gleichzeitig.

Ist dagegen Multimedia- und Grafikleistung gefragt, glänzte das Acer Aspire One 522: Full-HD-Filme sind für das Acer-Netbook anders als für Atom-Laptops kein Problem. Es spielte sie über seinen HDMI-Ausgang auch an einem großen Fernseher ruckelfrei ab. Auch bei 3D-Spielen machte das Aspire One 522 eine bessere Figur: Allerdings galt dies nur für Spiele, die mehr die GPU als die CPU forderten.

Spiegel-Display mit hoher Auflösung

Auf seinem 10,1-Zoll großen Bildschirm bringt das Acer Aspire One 522 eine hohe Auflösung von 1280 x 720 Bildpunkten unter. Das lässt Icons und Bilder knackiger erscheinen, macht Schrift aber auch kleiner. Bei der Bildqualität war das Display mit Glanzoberfläche dagegen höchstens durchschnittlich: Es erreichte nur in der Mitte eine angenehm hohe Helligkeit. Bis auf die HDMI-Schnittstelle und die höhere Display-Auflösung unterscheidet sich die Ausstattung des Acer Aspire One 522 nicht von anderen Netbooks: Es bietet beispielsweise drei USB-2.0-Anschlüsse sowie 11n-WLAN. Das Testgerät hatte kein Bluetooth, Acer verkauft in Deutschland aber nur Modelle mit Bluetooth 3.0. Der Lüfter war im Test häufiger im Betrieb als bei den meisten Atom-Netbooks, arbeitete aber meistens sehr leise.