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Abrechnungsbetrug: AT&T spielt MCI ein Ass zu

04.08.2003

MÜNCHEN (COMPUTERWOCHE) - Während die Suche nach Hinweisen für den angeblichen Abrechnungsbetrug (Computerwoche online berichtete) beim zahlungsunfähige US-Carrier MCI (ehemals Worldcom) bislang ergebnislos verlief, beschuldigen Unternehmen in Mexiko und Alaska den Konkurrenten AT&T ähnlicher Praktiken.

US-Medienberichten zufolge wirft die in Alsaka ansässige General Communications Inc. (GCI) dem TK-Riesen vor, er habe bestimmte innerstaatliche Telefongespräche über einen Anbieter in Wyoming zurück nach Alaska geleitet, um keine Durchleitungsgebühren an GCI zahlen zu müssen. Möglicher Grund dafür sei, dass die Zugangsgebühren für Gespräche zwischen zwei Bundesstaaten im Schnitt nur drei Cent pro Minute betrügen, so GCI. Für innerstaatliche Verbindungen seien dagegen zwölf Cent pro Minute fällig. Wie jetzt erst bekannt wurde, hatte die Regulierungsbehörde in Alaska im vergangenen Monat den seit sechs Jahren laufenden Rechtsstreit gegen AT&T zugunsten von GCI entschieden. Die Höhe der Entschädigung liegt jedoch noch nicht fest, gleichzeitig kann AT&T gegen den Schiedsspruch noch Einspruch erheben.

AT&T betonte gleichzeitig, der Fall könne nicht mit den Anschuldigungen gegen MCI verglichen werden. Anders als MCI habe man nicht mit Vorsatz gehandelt.

Diese Anschuldigung gegen MCI muss allerdings erst bewiesen werden: Obwohl im Rahmen der seit einer Woche laufenden Prüfung bei MCI Tausende von Dokumenten untersucht, Mitarbeiter befragt und das Routing-System getestet wurde, konnte das beauftragte Anwaltsbüro Gibson, Dunn & Crutcher LLP bislang noch keine Hinweise für etwaige Verfehlungen entdecken, berichtet das "Wall Street Journal" unter Berufung auf Insider. (mb)