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Abacho und Blue C verlassen "freiwillig" den Neuen Markt

27.02.2002

MÜNCHEN (COMPUTERWOCHE) - Mit Abacho AG und Blue C haben in dieser Woche bereits zwei Unternehmen bekannt gegeben, den Neuen Markt zu verlassen und in den Geregelten Markt zu wechseln. Der Suchmaschinenbetreiber Abacho wird zum 1. April das Wachstumssegment der Deutschen Börse auf eigenen Wunsch verlassen. Das Neusser Unternehmen verspricht sich von dem geplanten Wechsel in den Geregelten Markt eine Kostenersparnis von jährlich rund 250 000 Euro. (Computerwoche online berichtete)

Mit 500 000 Euro beziffert der österreichische E-Business-Dienstleister Blue C die erhoffte Einsparung durch den Wechsel in den Geregelten Markt. Die Wiener erklärten zu dem Schritt, sich ab 25. März neu zu positionieren, der Neue Markt sei ein Wachstumssegment und entspreche nicht dem Profil des Unternehmens.

Bei Aktienkursen von derzeit rund 40 Cent (Abacho) beziehungsweise 20 Cent (Blue C) entziehen sich beide Firmen mit dem Wechsel gleichzeitig auch einem potenziellen Delisting durch die Deutsche Börse. So sieht das seit Anfang Oktober 2001 gültige verschärfte Regelwerk vor, dass Unternehmen künftig vom Kurszettel verbannt werden, wenn deren Aktienkurs länger als 30 Börsentage in Folge unter einem Euro und deren Marktkapitalisierung gleichzeitig unter 20 Millionen Euro liegt. Allerdings haben die betroffenen Firmen dann noch weitere 90 Handelstage Zeit, ihren Kurs zu konsolidieren. Zwar war es Abacho gelungen, eine einstweilige Aussetzung der Pennystock-Regelung für sechs Monate zu erwirken. Die Gnadenfrist läuft jedoch Ende März aus. (mb)