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Ab 2007 lassen sich Handy-Batterien auftanken

14.07.2005

MÜNCHEN (COMPUTERWOCHE) - "Direct Methanol Fuel Cells" (DMFCs) - Direktmethanol-Brennstoffzellen - nennen sich neuartige Akkus, die bei Leistungsabfall wieder mit der Mixtur betankt werden können. Sie bestehen aus einem Gemisch von Methanol, Wasser und Luft und gelten seit Jahren als Alternative zu Lithium-Ionen-Batterien. Bislang gelang es aber nicht, die Größe der Akkus so zu verkleinern, dass sie sich für portable Geräte geeignet hätten.

Die beiden größten japanischen Telekomunternehmen NTT DoCoMo Inc. und KDDI Corp. gaben jetzt Pläne bekannt, ab 2007 Tankstationen auf den Markt zu bringen. Hintergrund ist das Bemühen der Handy-Hersteller, für die energiehungrigen Telefone der 3. Generation genauso lange Betriebszeiten anbieten zu können wie für die Vorgänger. Im kommenden Jahr dürfte der Energiebedarf der Mobiltelefone noch weiter steigen, wenn digitale TV-Empfänger eingebaut werden.

NTT entwickelte zusammen mit Fujitsu einen Akku, der zwar rund doppelt so groß ist wie ein Mobiltelefon und 150 Gramm wiegt, der aber immerhin ausreichend

viel Energie liefert. Vorgängerversionen gleicher Größe (15 mal 5,6 mal 2,5 Zentimeter) konnten die Handy-Batterien nur einmal aufladen, mit der neuen Variante ist das dreimal möglich. Der Akku enthält 18 Milliliter und soll ab 2007 den rund 50 Millionen NTT-Abonnenten angeboten werden.

2007 ist auch der Zeitpunkt, zu dem KDDI seine Kunden mit den Akku-Tankstellen bedienen will. Sie stammen aus den Labors von Hitachi und Toshiba und versorgen die Handys per Kabel mit Strom. Hitachis Variante wiegt 175 Gramm und erlaubt das zweimalige Aufladen der Telefone. Ein Tank mit zwei Milliliter reicht für rund eine Stunde Betriebszeit, mit dem 15-Milliliter-Behälter soll man fünf Stunden telefonieren können. Toshiba setzt auf mehr Leistung und will ein 250 Gramm schweres Gerät auf den Markt bringen, das 20 Milliliter fasst und für 20 Stunden ausreicht.

Bis die DMFCs so klein und leicht sein werden, dass sie in die Telefone selbst eingebaut werden können, dürften noch mindestens drei Jahre vergehen. Zuvor müssen auch noch Transportbeschränkungen fallen: Erst 2007 wird es Flugpassagieren erlaubt sein, Methanol in die Kabine mitzunehmen. (kk)