Meilenstein

5 Milliarden Mobilfunk-Verträge weltweit

12.07.2010
Von pte pte
In der vergangenen Woche hat der weltweite Mobilfunk-Markt einen Meilenstein von fünf Milliarden Abos erreicht.
Ein HSPA-Funkmodul von Ericsson
Ein HSPA-Funkmodul von Ericsson

Der entsprechende Vertrag wurde nach Schätzung des Netzausrüsters Ericsson am Donnerstag abgeschlossen. Die treibende Kraft hinter derzeit zwei Millionen Neuabschlüssen pro Tag sind demnach aufstrebende Märkte wie Indien und China. In den nächsten Jahren wird die Zahl der Mobilfunk-Verträge weiter dramatisch ansteigen, wozu mobiles Breitband wesentlich beiträgt. Schon 2015 wird es weltweit 3,4 Milliarden mobile Breitband-Anschlüsse geben, so Ericsson.

Für Ende des Jahrzehnts erwartet das Unternehmen, dass insgesamt 50 Milliarden Geräte über Mobilfunk online sein werden. "Das umfasst dann auch Dinge wie Fahrzeuge, medizinische Geräte oder Wetterstationen", so eine Ericsson-Sprecherin gegenüber pressetext. Dabei wird die direkte Kommunikation zwischen zwei Maschinen (Machine-to-Machine Communications, M2M) zum treibenden Faktor.

Aufstrebende Mobilfunk-Märkte

Wie wichtig aufstrebende Märkte für das Mobilfunk-Wachstum sind, illustriert Ericsson an einem Beispiel. Gab es noch im Jahr 2000 rund 720 Millionen Mobilfunk-Verträge weltweit, übertrifft heute allein China diesen Wert. Dass Asien wesentlich für das Wachstum ist, bestätigen aktuelle Marktforschungszahlen. "Indien und Indonesien haben in den letzten vier Quartalen zusammen mehr als 150 Millionen Abos beigetragen", so der ABI-Research-Analyst Bhavya Khanna. Die höchsten jährlichen Zuwachsraten kann mit über 22 Prozent Afrika verbuchen, was aber mit der vergleichsweise geringen Handy-Verbreitung zusammenhängt.

"Wir schätzen, dass die derzeit fünf Milliarden Verträge auf etwa vier Milliarden Kunden entfallen", so die Ericsson-Sprecherin. Denn besonders in westlichen Märkten übersteigt die Mobilfunk-Durchdringung 100 Prozent teils deutlich. In solchen Regionen wird mobiles Breitband zum Wachstumsmotor. "Der Erfolg von Apples iPad zeigt, dass Mobilfunker in gesättigten Märkten mit nutzerfreundlichen Geräten zusätzliche Verträge verkaufen können", erklärt ABI Research VP of Forecasting Jake Saunders. Global gesehen hat laut Ericsson schon Ende 2009 der mobile Datenverkehr die Sprachtelefonie volumenmäßig überholt.

Maschinen-Kommunikation

Ericssons Zukunftsvision von 50 Milliarden vernetzten Geräten geht indes weit über Handys, USB-Dongles und Netbooks mit integriertem Datenmodem hinaus. Vielmehr werden M2M-Systeme eine immer größere Rolle spielen. Denkbare sind beispielsweise intelligente Stromzähler und Tracking-Lösungen zur Routenoptimierung im Verkehrswesen. Mögliche Systeme umfassen weiters Digitalkameras mit direkter Online-Anbindung oder auch Getränkeautomaten, die automatisch das eigene Auffüllen anfordern. (pte)