Berlin statt Silicon Valley

5 Gründe, in der Hauptstadt zu gründen

29.02.2012 | von Karen Funk (Redakteurin) 
Karen Funk
Schreibt und bearbeitet Karrierethemen - sowohl für die Website als auch für das Heft der COMPUTERWOCHE. IT-Arbeitsmarkt, Recruiting, Freiberufler, Aus- und Weiterbildung, IT-Gehälter, Work-Life-Balance, Employer Branding und und und.  Wenn sie nicht gerade Projekte wie den "CIO des Jahres" betreut. Hofft auf mehr Frauen in der IT.
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Berlin ist heiß - gerade für Gründer. Da sagt manches IT-Startup auch mal nein zum vermeintlichen Gründer-El-Dorado Silicon Valley.
Cooler als Silicon Valley? Viele Startups zieht es nach Berlin.
Cooler als Silicon Valley? Viele Startups zieht es nach Berlin.
Foto: rare - Fotolia.com

Deutschland ist besonders als Standort in der Computer- und Videospielwirtschaft angesehen: Nach Angaben des Bundesverbands Interaktive Unterhaltungssoftware e. V. (BIU) verteilen sich 125 Unternehmen aus diesem Bereich auf die Ballungsgebiete Berlin, Nordrhein-Westfalen und Hamburg. Sebastian Funke, Gründer und CEO des 3D Social Chat Games Anbieters Smeet, hat sich bewusst für den Standort Berlin entschieden. Er ist davon überzeugt, dass er an keinem anderen Ort bessere Startchancen als in Berlin vorgefunden hätte. Warum eine Gründung in Berlin vorteilhafter ist als im Silicon Valley, dafür nennt er fünf Gründe:

  1. Vormittags Asien, nachmittags USA: Die geografische Lage von Berlin begünstigt es, hier Geschäfte zu machen. Die Metropole liegt genau in der Zeitzone zwischen den USA und Asien. So kann man vormittags mit Geschäftspartnern in Hongkong und nachmittags oder in den Abendstunden mit denen in New York oder Los Angeles telefonieren.

  2. Geringe Betriebskosten: Die Mieten und Kosten für Mitarbeiter sind in Berlin deutlich niedriger als in vergleichbaren Städten im In- und Ausland, wodurch sich die Gesamtkosten für Startups erheblich senken lassen.

  3. Hohe Lebensqualität: In Berlin wohnt man in den angesagtesten Stadtteilen für kleines Geld, kann internationale Küche für wenige Euro genießen und aus einem reichhaltigen kulturellen Angebot schöpfen. Nationale und internationale Künstler aus den Bereichen Musik, TV, Fashion, Malerei, sowie Schriftstellerei geben sich in Berlin die Klinke in die Hand, so dass man beim Abendessen in Berlin Mitte schon mal neben Brad Pitt sitzt oder in einem Club Quentin Tarantino trifft. Heute werden wieder Erinnerungen an das Berlin der goldenen 20er Jahre wach. Gleichzeitig gibt es mit dem Mauerpark, dem Tiergarten und dem Grunewald genügend Freiräume für die Erholung, Sport und zum Relaxen.

  4. Vielfalt an Fachleuten: Berlin bietet durch sein hoch entwickeltes Web-Ökosystem eine große Bandbreite an Entwicklern, Designern, Marketing-Professionals, innovativen Gründern und Investoren - vom Business Angel über verschiedene Inkubatoren bis hin zu internationalen Venture Capitalists. Auch andere Branchen profitieren davon: Die Stadt offeriert eine bunte Vielfalt verschiedener Unternehmen und ermöglicht es so, sich auch aus anderen Geschäftsbereichen Anregungen zu holen oder Partnerschaften einzugehen.

  5. Nationaler und internationaler Anziehungspunkt: Während die Metropolen in anderen Ländern seit ihrem Bestehen zentrale Anziehungspunkte waren, gilt diese Entwicklung für Berlin erst wieder seit dem Mauerfall. Damit hat eine einzigartige Entwicklung der Stadt eingesetzt, an der insbesondere junge, innovative Menschen Teil haben und sich inspirieren lassen wollen. Mit der Folge, dass Menschen aus München, Hamburg, Köln etc. ihre Koffer packen und in die Metropole ziehen.
    Aber auch auf internationaler Ebene genießt die Stadt inzwischen höchstes Ansehen, so dass sie West-, Ost- und Nordeuropäer gleichermaßen in ihren Bann zieht. In Europa ist es fast selbstverständlich, dass man mindestens zwei Sprachen beherrscht. Diese Multikulturalität wird besonders in Berlin offen und frei gelebt. Jedes Jahr kommen Millionen Touristen in die Stadt; viele internationale Geschäftsleute entschließen sich dazu, ihren Arbeits- und Lebensschwerpunkt nach Berlin zu verlagern. Ein Grund dafür ist die gute globale Erreichbarkeit von Berlin.

Sebastian Funke fand in Berlin die besten Voraussetzungen, um Smeet zu gründen.
Sebastian Funke fand in Berlin die besten Voraussetzungen, um Smeet zu gründen.
Foto: Smeet

Das Silicon Valley kam für das Smeet-Team als Gründungsstandort nicht in Frage. Stattdessen fiel die Wahl auf Berlin, wo die Gründer all das vorfanden, was sie suchten: die Internationalität, ein gut entwickeltes Netzwerk an Investoren, Agenturen und Wirtschaftsverbänden, geringe Kosten sowie eine hohe Lebensqualität. Die Geschäftsführung von Smeet haben seit Beginn 2009 die Mitgründer Sebastian Funke und Reinhard Köhn inne.

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