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3G-Technik "made in China" macht Probleme

29.06.2005

MÜNCHEN (COMPUTERWOCHE) - Wegen anhaltender Probleme mit dem in China entwickelten 3G-Mobilfunk-Standard TD-SCDMA (Time Division Synchronous Code Division Multiple Access) sind Branchenkenner inzwischen skeptisch, ob im Reich der Mitte noch in diesem Jahr wie angekündigt Mobilfunklizenzen vergeben werden. Wie Byron Wu vom Marktforschungsinstitut iSupply berichtet, haben nur wenige TD-SCDMA-fähige Handys den Qualifizierungstest bestanden. Die Regierung stehe nun vor der Entscheidung, anderen 3G-Kommunikationsstandards wie CDMA2000 und WCDMA den Vorzug zu geben oder darauf zu warten, dass TD-SCDMA doch noch Marktreife erlangt. Angesichts der bereits in die Technik investierten Summen und aus Image-Gründen scheint ein Aufschub auf kommendes Jahr die wahrscheinlichere Lösung. Für die Netzbetreiber wird es damit jedoch schwierig, die dazu gehörige Infrastruktur bis zum geplanten kommerziellen Starttermin zu den Olympischen Spielen 2008 in Peking aufzubauen.

Glaubt man den Presseberichten, wird auch für die Entwickler der TD-SCDMA-Chips die Zeit knapp: Der Großteil der vom China Academy of Telecommunications Research getesteten 3G-Handys eignet sich derzeit lediglich zum Telefonieren oder zum Versand von Textnachrichten. Typische Multimedia-Anwendungen wie Videotelefonie oder das Herunterladen und Abspielen von Video-Clips sind noch unmöglich. (mb)