"as a Service"

3D-Printing als Dienstleistung

Jürgen Hill
Jürgen Hill ist Teamleiter Mobile der COMPUTERWOCHE. Thematisch ist der studierte Diplom-Journalist und Informatiker im Bereich Communications mit all seinen Facetten zuhause. 
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Für Anwender, die nur gelegentlich einen 3D-Druck benötigen, ist die Anschaffung eines eigenen Druckers zu teuer. In die Bresche springen Dienstleister, die den 3D-Druck "as a Service" offerieren.

Ab und an ein Modell drucken oder den Entwurf eines neuen Gebäudes - für viele lohnt sich die Anschaffung eines 3D-Druckers unter wirtschaftlichen Aspekten nicht. Für solche Fälle gibt es inzwischen Dienstleister, an die sich die Daten eines Objekts im Internet zum Ausdruck übertragen lassen.

Nachdem diese Idee zuerst in den USA verwirklicht wurde, entstehen auch hierzulande immer mehr Anbieter, die "3D-Printing as a Service" offerieren. Mit Fabbeo oder Fabgate existieren sogar bereits Projekte, um Marktplätze für 3D-Druck-Dienstleistungen einzurichten. Idee der Macher ist es, den 3D-Druck für jeden zugänglich zu machen.

In der Praxis soll das nach Vorstellung des Fabbeo-Teams später so funktionieren: Auftraggeber laden ihr 3D-Modell auf die Plattform. Sie erhalten dann kostenlos und unverbindlich Angebote und wählen den passenden Druckservice. Im Gegenzug können 3D-Druck-Dienstleister über die Plattform ihre freien Kapazitäten flexibel füllen.

Zahlreiche Dienstleister

Wer nicht bis zum Start der Marktplätze warten will, kann bereits heute mit Suchbegriffen wie "3D Druck Service" zahlreiche Dienstleister googeln, die einen enstprechenden Service anbieten. Die Kunst liegt nun darin, aus dem großen Angebot den passenden Partner zu finden. Die Anbieter versprechen nämlich nahezu identische Leistungen: Nach einem Upload der 3D-Modelldaten soll das Objekt in der Regel innerhalb von drei bis sieben Werktagen quasi on Demand gedruckt und dann an den Kunden versandt werden.

Den passenden Anbieter finden

Ein erstes Kriterium bei der Suche nach dem passenden Dienstleister sollte dessen Spezialisierung sein. Hat sich das Unternehmen etwa wie die Alphaform AG aus Feldkirchen bei München auf Kleinserien (etwa für die Autoindustrie) oder Spezialanwendungen wie den Druck medizinischer Implantate spezialisiert? Oder liegt der Schwerpunkt auf der Anfertigung von Einzelmodellen im Kundenauftrag?

Gerade Anbieter der letzten Kategorie, wie etwa 3D:Activation, wenden sich häufig auch an Privatkunden, für die sie nach Fotos eine dreidimensionale Büste oder Ähnliches erstellen. In einem zweiten Schritt ist zu prüfen, ob der ins Auge gefasste Dienstleister überhaupt mit den erforderlichen Materialien druckt. Während fast alle Anbieter Modelle aus Kunststoff drucken können, ist die Auswahl bei anderen Materialen wie Metall, Gips etc. deutlich kleiner.

Des Weiteren sollte vor der Auftragsvergabe geprüft werden, welche Drucker der Dienstleister verwendet. Die verwendeten Modelle lassen einen direkten Rückschluss darauf zu, mit welcher Auflösung der Dienstleister druckt beziehungsweise welches Ergebnis zu erwarten ist.

Aus Autocad senden wäre ideal

Und last, but not least muss natürlich berücksichtigt werden, welche Dateiformate der Dienstleister akzeptiert. Kleinster gemeinsamer Nenner sollte bei fast allen Anbietern das STL-Format sein. Andere wiederum erwarten druckfertige CMD-Dateien. Komfortabler aus Sicht des Anwenders ist es, wenn er etwa ein 3D-Objekt direkt aus Autocad oder anderen Programmen an den Dienstleister senden kann.

Allerdings hat solch ein Service seinen Preis, denn die Dienstleister berechnen die Datenaufbereitung. Hier sind sowohl Pauschalangebote zu finden als auch solche, bei denen nach Aufwand bezahlt wird. Dienste, bei denen die Daten vor dem Druck nicht mehr überprüft werden, sind zwar günstiger, jedoch nur erfahrenen Anwendern zu empfehlen. In diesem Fall werden auch fehlerhafte Modelle gedruckt und dem Auftraggeber in Rechnung gestellt.

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