Geld, Verantwortung, Team

3 CIO-Aufgaben beim Tech Management

Christiane Pütter ist Journalistin aus München. Sie schreibt über IT, Business und Wissenschaft. Zu ihren Auftraggebern zählen neben CIO und Computerwoche mehrere Corporate-Publishing-Magazine, vor allem im Bereich Banken/Versicherungen.
Budgets und Verträge strukturieren, Verantwortlichkeiten regeln und Mitarbeiter richtig zusammenstellen hält Forrester beim Tech-Management für sehr wichtig.

Wie gelingt Technology-Management - diese Frage beginnt mit der Zuordnung von Rollen und Aufgaben. Die Analysten von Forrester exerzieren das beispielhaft am neu gegründeten "U.S. Digital Service" durch. Sie wollen ihr Papier "Three digital Leadership plays challenge CIOs to drive change in Tech Management" aber als allgemeine Anleitung für IT-Entscheider verstanden wissen.

Sieht man sich die Einbindung des CIO-Teams an, schreibt Forrester den IT-Chefs vor allem Organisatorisches zu. Operatives wie Implementierung, Testing und die Hosting-Umgebung sehen die Analysten bei den DevOps (eine Wortschöpfung aus "Development" und "Operations").

Insgesamt sieht Forrester vier Bereiche in der Verantwortung des CIO: Kundenerfahrung, DevOps, Data Analytics und eben Digital Leadership. Folgende drei Punkte fallen laut Forrester in den Aufgabenbereich des CIO:

1. Budgets und Verträge strukturieren: Das Entwicklerteam muss flexibel agieren können, weil sich möglicherweise Prioritäten verschieben. Der CIO muss dafür sorgen, dass die Entwickler dennoch jederzeit auf die nötigen Ressourcen zugreifen können. Damit geht es nicht nur um die Verteilung von Geld, sondern auch um das Management externer Dienstleister und das Gestalten von deren Verträgen.

Stichwort Vertragsgestaltung: Längst geht es beim Sourcen nicht mehr nur um das Senken von Kosten. Die Kooperation mit Dienstleistern zielt zunehmend darauf ab, deren Skills ins Unternehmen zu holen.

2. Verantwortlichkeiten festlegen: Jede Organisation und jedes Unternehmen muss klar regeln, wer für welche Produkte und Prozesse verantwortlich ist. Aufgabe des CIOs ist, dafür zu sorgen, dass der jeweilige Verantwortliche Ressourcen und Termine im Griff hat, sowie, dass er von allen Projektbeteiligten unterstützt wird.

Das setzt voraus, dass CIOs eng mit allen Beteiligten kooperieren. Sie schätzen die technische Umsetzbarkeit verschiedener Programme ein und achten darauf, dass die ausgewählten Technologien zu den Projektzielen passen.

3. Das richtige Team zusammenstellen: Der CIO stellt die jeweiligen Projekt-Teams zusammen. Damit ist er auch dafür zuständig, dass die nötigen Skills im Hause sind. Mitarbeiter zu trainieren und gegebenenfalls neue Kollegen einzustellen, zählt dazu.

Der Erfolg des Teams bemisst sich nicht mehr nur danach, ob ein Projekt den Zeit- und Kostenrahmen einhält. CIOs sind aufgefordert, Mitarbeiter ergebnisorientiert zu bewerten.

In dieser Systematik verortet Forrester explizit den CIO, aber keinen CDO (Chief Digital Officer). Es gibt lediglich Datenanalysten. Deren Job ist es, aus den Daten die richtigen Entscheidungen abzuleiten.

Die Funktion eines CDO hat Forrester in anderen Studien durchaus schon ins Spiel gebracht. Die Analysten gehen aber davon aus, dass ein CIO diese Funktion übernehmen kann - schon alleine deswegen, weil IT ohnehin viel mit Digitalisierung zu tun hat.